Überbringen einer Todesnachricht: Polizisten mit Fäusten angegriffen

29. November 2018 um 20:06 Uhr

Überbringen einer Todesnachricht: Polizisten mit Fäusten angegriffen“Für Polizeibeamte zählen Todesbenachrichtigungen zu den emotional belastenden Aufgaben des Berufs. Jeder Mensch trauert anders und einen geliebten Menschen zu verlieren, versetzt jede Familie in einen Ausnahmezustand”, so beginnt der Bericht der Polizei Köln (Nordrhein-Westfalen) zu einem Vorfall vorgestern.

Uns begegnen bei solch schlimmen Nachrichten sämtliche Reaktionen, von apathisch bis schreiender Nervenzusammenbruch. Wir werden in Aus- und Fortbildung auf solche Situationen vorbereitet und auch uns steht Unterstützung zu, falls diese Einsätze emotional zu belastend sein sollten. Doch was die Kollegen in Köln erleben mussten, ist nicht nur die Ausnahme, es ist auch verstörend.

Ein 17-Jähriger befand sich in der Jugendstrafanstalt Herford und hatte während seiner Haft dort Suizid begangen. Eine Streife der Polizei Köln begab sich zusammen mit einem Notfallseelsorger zu den Eltern, um ihnen diese schlimme Nachricht zu überbringen.

Als das, was gesagt werden musste, gesagt war, schlugen die Eltern und der Bruder des Verstorbenen mit Fäusten auf die Polizisten ein. Die Beamten mussten Unterstützung anfordern und nachdem diese eingetroffen war beruhigte sich die Lage wieder.

Doch als die Beamten die Wohnung wieder verlassen wollten, kochten die Emotionen und damit die Aggressionen wieder hoch. Nun reichten auch die Unterstützungskräfte nicht mehr aus, um der Lage Herr zu werden. Eine Gruppe der Bereitschaftspolizei musste ihre Kollegen unterstützen.

Gegen alle drei Familienmitglieder wird nun wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt. Den 19-jährigen Bruder des Verstorbenen mussten die Polizisten sogar in die Gewahrsamszelle bringen.

Wir hoffen, bei diesem Einsatz ist keiner der Kollegen verletzt worden! Auch wenn die Kollegen nichts für den Suizid des Familienmitglieds können, haben sie die volle Wucht der Aggression abbekommen.

Dennoch gilt der Familie für diesen schmerzlichen Verlust unser Mitgefühl.

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