Von der Urkunde “für herausragende persönliche Leistungen” zum Verräterarschloch: Wie es ist von den Kollegen fälschlich verdächtigt zu werden

18. November 2018 um 18:55 Uhr

Klaus N., 53 Jahre, arbeitete für das Berliner Landeskriminalamt. Er beschreibt sich selbst als 24-Stunden-Polizist gegen die organisierte Kriminalität. 2012 sollte der Einheit ein großer Schlag gegen die türkischen Hells Angels in Berlin gelingen, doch das Unternehmen wurde zum Fiasko.

Offensichtlich hatte den Rockern jemand gesteckt, was die Polizei vorhatte und die Ermittler fanden nichts. Ein paar Monate später fand sich Klaus N. vor einer Art Tribunal wieder, wo ihm eröffnet wurde, dass angeblich er der Maulwurf sein solle. Er wurde suspendiert, obwohl seine Kollegen wussten, dass er mit dem Verrat von Dienstgeheimnissen nichts zu tun hatte und Klaus nur wenige Monate zuvor eine Urkunde “für herausragende persönliche Leistungen” erhalten hatte.

Das traf ihn sehr persönlich und er wurde krank. Doch seine dienstliche Arbeit verfolgte ihn trotzdem bis nach Hause. Er wurde von zwei Mitgliedern eines arabischen Clans vor der Wohnung bedroht.

Heute geht es Klaus wieder besser. Er muss zwar noch Medikamente nehmen und fasst so langsam wieder Vertrauen in andere Menschen. Das Gericht hat die Klage gegen ihn erst gar nicht zugelassen und er fand auch sein privates Glück.

Doch wie es ist, vom Vorzeigebeamten zum Verräter zu werden, ohne das etwas an den Vorwürfen dran ist, das schildert Klaus in diesem Bericht.