20 Jahre für den Weißen Ring aktiv: Polizist erhält Bundesverdienstkreuz

11. Dezember 2018 um 11:30

Die Vita von Kollege a.D. Hugo Prante liest sich recht spannend. Er hat den Polizeiberuf von der Pike auf gelernt und hatte es sogar bis in den höheren Dienst geschafft. Nach seiner Pensionierung war er 20 Jahre für den Weißen Ring aktiv und dafür erhält er nun das Bundesverdienstkreuz.

Die Tatsache, dass Kollege Prante Polizist war, dürfte ihm bei seiner Aufgabe im Weißen Ring, der Opferschutzberatung, sicher geholfen haben. Der 1937 geborene Prante begann mit 14 Jahren eine Lehre, die Eltern wollten es so. Doch es war nicht sein Ding und ein Freund machte ihn auf die Polizei aufmerksam.

Damals war man erst mit 21 Jahren erwachsen und so benötigte er die Unterschrift seiner Eltern. Die bekam er auch und so rückte er mit 18 Jahren 1956 in die Polizeischule Münster ein. Nach erfolgreicher Ausbildung ging es für ihn in die Bereitschaftspolizei Bochum, wo er auch seine Frau Ursula kennen lernte.

Damals war es noch Verpflichtung nicht vor dem 27. Lebensjahr zu heiraten. Um seine Frau zu ehelichen benötigte Prante eine Ausnahmegenehmigung, die er auch bekam. Dann ging er in den Einzeldienst und war der Schutzmann von nebenan.

Hugo Prante wollte aber wieder zurück in die Heimat und nach mehreren Anläufen gelang es ihm auch und so wurde er nach Detmold versetzt. Dann drückte er noch einmal die Schulbank und er machte an der Polizeioberschule Wuppertal das sogenannte “Polizeiabitur”. Danach wurde er Lehrer an der Polizeischule Stukenbrock, später wechselte er zum Polizeipräsidium Bielefeld.

Die Kriminalpolizei reizte Prante nie. “Ich wollte immer dicht an den Menschen sein”, sagt er zurück blickend. Dann studierte er erneut und bekam eine Stelle im höheren Dienst. In dieser Funktion wechselte er als Polizeirat zum Kreis Recklinghausen. Doch auch jetzt ließ ihn die Heimatliebe nach Leopoldshöhe nicht los.

Und so wechselte er später als Polizeioberrat nach Bielefeld, bevor er dann als Polizeidirektor nach Herford kam. Ein bisschen stolz ist Hugo Prante auf seine Polizeikarriere schon: “Für einen Volksschüler keine schlechte Sache.”

Als er mit 60 Jahren pensionierte werden sollte, meldete sich der Landesleiter des Weißen Rings bei ihm und fragte an, ob er sich vorstellen könne die Außenstelle Lippe zu leiten. Und ob er konnte und wollte: “Ich habe bei der Polizei viel Glück und Förderung gehabt. Ich wollte etwas zurückgeben”, erklärt er seine Entscheidung.

Und so kümmerte er sich um die Belange von Opfern von Gewaltanwendung und was er bereits zuvor im Dienst erlebt hatte, konnte ihm nun nützlich sein. Die Geschädigten von überwiegend sexueller Gewalt, aber auch häuslicher Gewalt, konnten immer auf sein offenes Ohr zählen.

“Wichtig ist die persönliche Zuwendung zu den Opfern, die Anteilnahme”, sagt er, und dann auch die praktische Hilfe, zum Beispiel die Vermittlung einer neuen Wohnung, denn sexuelle Gewalt findet oft in der Familie statt.

Nun, mit 81 Jahren, hat Hugo Prante die Leitung der Außenstelle abgegeben, ist aber immer noch Mitarbeiter und Zuhörer im Auftrag des Weißen Rings. Das soll auch vorerst so bleiben: “Das mache ich, so lange es geht.”

Privat findet Hugo Prante Freude an der Musik, so singt er im Männerchor Leopoldshöhe mit, begleitet aber auch den Gesang unter Freunden mit der Gitarre.

Für seine über 20 Jahre als Opferschutzberater beim Weißen Ring erhält Prante nun das Bundesverdienstkreuz.

Danke an Kollege Hugo Prante für seinen langjährigen Einsatz als Polizist und Opferschutzberater. Wer so engagiert ist, der hat Anerkennung und Ehre verdient, die ihm nun auch zuteil wird.

Wir wünschen Dir noch einen langen und gesunden Ruhestand!