Betrunkener Lkw-Fahrer: Polizei lässt Lkw in Absperrung fahren um schlimmeren Unfall zu verhindern

17. Dezember 2018 um 18:43

Betrunkener Lkw-Fahrer: Polizei lässt Lkw in Absperrung fahren um schlimmeren Unfall zu verhindernStreifenwagen Totalschaden

Es ist schon eine besondere Maßnahme, zu der die Polizei Südhessen greifen musste, um einen betrunkenen Lkw-Fahrer zu stoppen und damit einen womöglich viel schlimmeren Unfall zu verhindern. Zum Glück wurde bei dem Vorfall, außer dem Lkw-Fahrer selbst, niemand verletzt.

Am Samstag Nachmittag gegen 15 Uhr meldeten Verkehrsteilnehmer einen offensichtlich betrunkenen Lkw-Fahrer, der Schlangenlinie fuhr und sämtliche Fahrspuren benötigte. Die Meldung ging noch bei der Polizei in Baden-Württemberg ein, da sich der Lkw noch im Bereich Kronau befand.

Doch auch über Ländergrenzen hinweg werden solche Vorfälle weitergegeben und so wurde auch die Polizei Südhessen informiert. Eine Streife des Polizeipräsidiums Mannheim konnte den Lkw auf der A5 beim Kreuz Walldorf aufnehmen und versuchte danach mehrfach erfolglos, den Lkw anzuhalten.

Der Lkw-Fahrer ignorierte sämtliche Anhaltezeichen und versuchte auch den Streifenwagen abzudrängen. Auch soll der Fahrer seinen Lkw mit Vollgas über zwei Autobahnparkplätze gefahren haben.

Doch diese Verfolgungsfahrt konnte nicht ewig so weiter gehen. Denn bei Weiterstadt war ein Stau entstanden und es bestand die begründete Gefahr, dass der Lkw in das Stauende krachen könnte. Die Folgen mag sich sicher keiner ausmalen.

So entschloss sich die Polizei im Bereich Südhessen bzw. Darmstadt Eberstadt eine Straßensperre zu errichten. Mit Hilfe eines Lkw der Autobahnmeisterei Darmstadt und der Autobahnpolizei wurde die Autobahn gesperrt, so dass der Lkw-Fahrer sich entscheiden musste: anhalten oder in die Absperrung krachen.

Trotz gut sichtbarer Absperrung entschloss sich der Lkw-Fahrer zu letzterem und kollidierte mit dem Lkw der Autobahnmeisterei und dem Streifenwagen. Die rollende Zeitbombe kam damit zum Stehen und die Gefahr war gebannt.

Die Feuerwehr musste den Lkw-Fahrer aus seiner Fahrkabine befreien, er wurde offenbar nur leicht verletzt. Bei ihm war Alkoholgeruch im Atem feststellbar und im Führerhaus lagen mehrere leere Wodkaflaschen. Eine Blutuntersuchung bewies, dass der Lkw-Fahrer mit 2,3 Promille deutlich alkoholisiert war.

Bei dem Zusammenstoß wurden der Lkw der Autobahnmeisterei und der Streifenwagen völlig demoliert. Es entstand ein Sachschaden von etwa 300.000 Euro. Die eingesetzten Polizisten blieben zum Glück unverletzt.

Der aus der Ukraine stammende Lkw-Fahrer wurde dem Haftrichter vorgeführt, dieser ordnete gegen ihn wegen Gefährdung des Straßenverkehrs die Untersuchungshaft an.

Was müssen die Kollegen alles unternommen haben, um den Lkw zu stoppen, wenn sie zu einer solchen Maßnahme greifen müssen, um einen Crash am Stauende mit allen Mitteln zu verhindern. Schwerverletzte und Tote wären die Folge gewesen.

Respekt für Polizeiführung und eingesetzte Kollegen, dass sie mit der Absperrung erfolgreich schlimmeres verhindert haben!