Bundesgerichtshof verwirft Revision: Fußball-“Fan” muss für Steinewürfe auf Polizisten viereinhalb Jahre ins Gefängnis

1. Dezember 2018 um 08:41 Uhr

Bundesgerichtshof verwirft Revision: Fußball-"Fan" muss für Steinewürfe auf Polizisten viereinhalb Jahre ins GefängnisDer hier geschilderte Vorfall geschah im November 2014. Eine lange Zeit, doch nun sind alle rechtlichen Mittel ausgeschöpft und der Weg ging durch sämtliche Instanzen. Zuletzt hat nun der Bundesgerichtshof die Revision verworfen, da sie unbegründet war.

Während der Halbzeitpause des Spiels F.C. Hansa Rostock gegen Dynamo Dresden hatte ein damals 33-jährigen Mann die Spielunterbrechung genutzt und sich unter die anderen “Fans” gemischt, die der Polizei gegenüber standen. Die Situation wurde als aufgeheizt beschrieben.

Insgesamt dreimal soll der Mann Steine auf eingesetzte Polizisten geworfen haben. Zweimal verfehlte er sein Ziel, einmal gelang es ihm, mit einem 2 kg schweren Stein einen Polizisten an den Rippen zu treffen. Der Beamte wurde verletzt, die Uniform beschädigt.

Nach Auswertung der Videoaufzeichnungen konnte der Steinwerfer identifiziert und angeklagt werden. Zur Anklage kam zunächst versuchter Totschlag, doch dem Mann konnte keine Tötungsabsicht nachgewiesen werden.

Das Landgericht Rostock verurteilte den Steinwerfer 2016 wegen gefährlich Körperverletzung, versuchter zweifacher gefährlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung und Verstoßes gegen das Vermummungsverbot zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und fünf Monaten, nachdem die Staatsanwaltschaft vier Jahre und neun Monate Freiheitsstrafe und die Verteidigung Freispruch gefordert hatte.

Der Gewalttäter ging in Revision, so dass das Verfahren beim Bundesgerichtshof (BGH) noch einmal überprüft wurde. Doch der 2. Strafsenat vermochte keine Fehler im Urteilsspruch des Landgerichts finden und verwarf die Revision (PDF-Datei), da unbegründet.

Damit muss der Gewalttäter, der bis zu seiner Verhaftung als nautischer Offizier bei einer Fährgesellschaft arbeitete und der linksextremen Szene zugeordnet wird, für insgesamt vier Jahre und fünf Monate in Haft. Von der Gesamtstrafe saß der Verurteilte bereits 13 Monate in Untersuchungshaft und für die überlange Verfahrensdauer wird ihm ein weiterer Monat angerechnet.

Interessant sind in diesem Zusammenhang die Worte des vorsitzendes Richter das Landgerichts Rostock, der feststellte, dass das Motiv des Verurteilten “Hass auf die Polizei” gewesen sei. Auch stellte der Richter klar:

“dass Gewalt gegen öffentlich Bedienstete nicht hinzunehmen sei: Wer Polizisten als Freiwild ansehe, habe jeden Respekt verloren.”