Die positive (Weihnachts-) Geschichte: Als wir auf dem Weg zum Festtagsbesuch mit dem Auto liegen blieben

22. Dezember 2018 um 20:29 Uhr

Die positive (Weihnachts-) Geschichte: Als wir auf dem Weg zum Festtagsbesuch mit dem Auto liegen blieben

“Es war noch in den 70er Jahren als ich mich mit meinem Mann und meinem Schwager 2 Tage vor Heiligabend von meinem damaligen Wohnort Neustadt/Weinstr. aus, auf den Weg nach Hildesheim zu meiner Familie machte.

Gegen 22:00 Uhr hatten wir die Abfahrt Alsfeld passiert, als das Auto mit Radlagerbruch liegen blieb. Es dauerte nicht lange bis ein Polizeiauto hinter uns hielt, um nach dem Rechten zu schauen. Sie leiteten uns dann über die Straßenmeisterei in den Ort, zu einem Gasthaus, von wo aus wir uns überlegen konnten, wie es weitergehen sollte…

Als Wichtigstes erschien uns zunächst die Nachricht an Eltern und Schwester, die ja mit uns rechneten. Besonders meine Mutter war immer sehr in Sorge, wenn sie uns unterwegs wusste. Mobiltelefon war damals noch Luxus, Festnetz hatten weder meine Mutter, noch meine Schwester…

Also versuchte ich mein Glück bei allen Bekannten und Freunden deren Nummern ich damals noch im Kopf hatte… Es war wie verhext, niemand war zu erreichen… Da fiel mir, als letztem Ausweg, die Polizeistation in Hildesheim ein.

Den Beamten schilderte ich mein Problem und musste mich noch necken lassen, von wegen die Nacht mit dem Schwager verbringen und so, aber dann versprachen sie, mir zu helfen…

Meine Schwester war kein Problem, die wohnte in der Innenstadt, zu meiner Mutter musste man ca. 15 km auf‘s Land rausfahren. Und weil ich ihr immer gesagt hatte, wenn du nichts von mir hörst ist alles gut, schlimm wird‘s erst wenn die Polizei vor der Tür steht, musste ich mich auf das Feingefühl der Beamten verlassen…

Ich hoffte, dass vielleicht ein Kollege in Zivil mitgehen würde. Und so erzählte sie mir die Geschichte dann später:

Ihr Haus steht ziemlich frei zwischen zwei Dörfern und sie saß am Fenster um uns zu erwarten, als sie durch das Schneetreiben die Scheinwerfer eines Autos herankommen sah, das tatsächlich auf den Hof einbog.

Ohne Zögern lief sie die Treppe runter, öffnete die Haustür breitete die Arme aus und erstarrte… Nicht ihre Tochter, sondern die Polizei…

Der nette Beamte beeilte sich, die Situation zu erklären und Schlimmeres zu verhindern… Und gut gemeint hatte er es auch, seine Uniform trug er zwar, aber seine Mütze hatte er hinterm Rücken versteckt…

Und dieses, sowie noch andere, kleinere Erlebnisse, tragen dazu bei, immer eine Lanze für die Polizei zu brechen, weil ich aus Erfahrung sagen kann: In jedem Polizisten steckt ein Mensch…

DANKE für alles! Inge”