“Polizisten sind Mörder”: Anfeindungen gegen Polizei nach tödlichem Schusswaffengebrauch

20. Dezember 2018 um 18:27 Uhr

"Polizisten sind Mörder": Anfeindungen gegen Polizei nach tödlichem SchusswaffengebrauchAm vergangenen Sonntag war es in Bochum (Nordrhein-Westfalen) zu einem tödlich verlaufenen Schusswaffengebrauch gekommen, weil ein Mann den Polizisten mit einem waffenähnlichen Gegenstand gegenüber stand und die Weisungen der Beamten nicht Folge leistete. Hiernach folgten Anfeindungen gegen die Polizei.

Die Polizei hatte vor diesem tragischen Einsatz am Sonntag bereits mehrfach Einsätze am dortigen Einsatzort, weil mehrfach Ruhestörungen, Randale und ein angekündigter Suizid gemeldet worden waren, die der später tödlich getroffene selbst ausgelöst hatte.

Der 74-jährige Rentner stand den Polizisten gegenüber, als sie abermals alarmiert worden waren und hatte einen waffenähnlichen Gegenstand im Hosenbund, den er mit der Hand heraus holte und anschließend auf die Polizisten damit zielte. Die unmissverständliche Anweisung der Polizisten, die Waffe fallen zu lassen, ignorierte der Mann.

Einer der Beamten gab mehrere Schüsse auf den Senior ab, der trotz sofort eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen durch die Polizisten und später durch Sanitäter noch am Einsatzort verstarb. Wie sich herausstellte, soll es sich bei diesem waffenähnlichen Gegenstand um eine Revolverattrappe und keine scharfe Schusswaffe gehandelt haben.

Aus Neutralitätsgründen hat das Polizeipräsidium Essen die Ermittlungen übernommen und die Obduktion habe offenbar gezeigt, dass der Senior von drei Projektilen im Oberkörper getroffen wurde, die den Tod verursachten.

Die Staatsanwaltschaft Bochum hat ein Ermittlungsverfahren gegen den Schützen eingeleitet, bezeichnet diesen Vorgang jedoch als “rein formaljuristisch”. Staatsanwalt Dietrich Streßig: “Wir haben ein Verfahren eröffnet wegen des Tatvorwurfs des Totschlags. Das beinhaltet zum gegenwärtigen Zeitpunkt die Annahme, dass der Polizeibeamte bei Abgabe der Schüsse mit der Möglichkeit eines tödlichen Ausgangs rechnete”. Es werde auch geprüft, ob es in der Absicht des Rentners lag, getötet zu werden (suicide by cop).

Die eingesetzten Polizisten sind traumatisiert und werden ärztlich und psychologisch betreut.

Nur einen Tag später, also am Montag, stellte die Polizei Bochum gegenüber des Anwesens, wo der tödliche Schusswaffengebrauch erfolgte, einen Schriftzug an einer Hauswand fest. Dort stand: “Polizisten sind Mörder” und direkt daneben “ACAB” (All Cops Are Bastards).

Wir standen mit den Kollegen in Kontakt und wissen daher, wie belastend dieser Einsatz für die eingesetzten Kollegen war. Wir Polizisten möchten schützen und helfen, ein Leben auf dem Gewissen zu haben, das möchte keiner von uns und das kann über Monate und Jahre zur psychischen Belastung werden.

Doch eines sollte klar sein, im Einsatz schützen wir unser eigenes Leben und wenn das bedroht ist, verteidigen wir uns mit den Mitteln, die uns zur Verfügung stehen.

Dieser Spruch “Polizisten sind Mörder” wird der Situation in keinster Weise gerecht und streut bei den Kollegen nur noch weiter Salz in die Wunde. Er zeigt lediglich die Kleingeistigkeit des Schmierfinks.

Wir wünschen den betroffenen Kollegen eine gute Verarbeitung dieses Einsatzes! Den Angehörigen des Verstorbenen gilt unser Mitgefühl.