Überraschende Wendung: Gestohlene Dienstwaffen wieder da

5. Dezember 2018 um 18:42 Uhr

Überraschende Wendung: Gestohlene Dienstwaffen wieder daIm Oktober berichteten wir von einem Vorfall in Sattledt (Oberösterreich), wo angeblich ein Polizist einem anderen angeblichen Polizisten unter einem Vorwand eine Dienstwaffe ausgehändigt haben soll. Waffe und angeblicher Polizist waren daraufhin verschwunden und nicht wieder aufgetaucht. Der ausgebende Beamte wurde vom Dienst suspendiert.

Wie sich nun herausstellte, war offenbar alles ganz anders und die Geschichte von der ausgehändigten Waffe wohl erfunden. Wie Landespolizeidirektor Andreas Pilsl und Chef-Ermittler Alexander Riedler nun bekannt gaben, seien sogar zwei Dienstpistolen auf unerklärliche Art verschwunden.

Die Waffe aus der Polizeiinspektion Sattledt und die andere in Kremsmünster. Das Abhandenkommen der zweiten Waffe wurde zunächst aus ermittlungstaktischen Gründen geheim gehalten. Die umfangreichen Ermittlungen des Landeskriminalamtes, zahlreiche Befragungen von Polizisten, DNA-Abgleiche und Gegenüberstellungen förderten nun einen überraschenden Geschehensablauf zutage.

Demnach habe ein 17-jähriger Türke beide Dienstwaffen aus den Polizeiinspektionen entwendet. Dies war wohl deshalb möglich, weil er zusammen mit seiner 53-jährigen Großmutter bei einer Putzfirma angestellt ist und in dessen Auftrag Reinigungsarbeiten auf den Polizeidienststellen durchzuführen hatte.

Hierbei nutzte der junge Täter offenbar eine Sicherheitslücke aus, bei der während der Übergabe zwischen den Schichten die Tür zur Waffenkammer zwar verschlossen, aber nicht zugepresst war und sich die Tür damit nicht selbst verriegeln konnte. Diesen Umstand nutzte der 17-Jährige und entwendete die beiden Waffen.

Gestern fand eine Durchsuchung bei der türkischen Familie statt und beide Dienstwaffen konnten auf dem Dachboden in einer Schachtel sichergestellt werden. Der 17-Jährige legte ein Geständnis ab und gab an, Waffen aus Videospielen zu kennen und mal eine echte Waffe in Händen halten gewollt zu haben. Ein extremistischer Hintergrund wird ausgeschlossen.

Fraglich bleibt allerdings, warum der suspendierte Polizist weiterhin bei seiner Geschichte bleibt, er habe die Waffe an einen vorgeblichen Kollegen ausgehändigt. Ob damit eine bewusste Irreführung herbeigeführt werden sollte? Landespolizeidirektor Pilsl dazu: “Im Nachhinein betrachtet ja. Wir werden den suspendierten Kollegen weiterhin mit unseren Ermittungsergebnissen konfrontieren.” Eine direkte Verbindung zwischen dem Beamten und dem 17-Jährigen bestehe wohl nicht.