Unser Jahresrückblick: Das war 2018 – unsere Wünsche für 2019

31. Dezember 2018 um 19:26 Uhr

Unser Jahresrückblick: Das war 2018 – unsere Wünsche für 2019Ein turbulentes Jahr liegt hinter uns. 2018 hielt für uns alle so manche Überraschung parat. Bei manchen lief das Jahr ganz gut, bei anderen weniger.

Fangen wir mit den weniger schönen Dingen an.

Wir mussten im Laufe des vergangenen Jahres viele schlimme Nachrichten schreiben. Ob Unfälle, Angriffe auf Kollegen, ausgeartete Demos mit einer nie dagewesenen Gewaltorgie, fragwürdige Gerichtsurteile, Fehler aus verantwortlichen Reihen, verletzte und sogar getötete Kollegen.

Wir möchten ausdrücklich auf unserer Seite die gesamte Bandbreite der polizeilichen Arbeit, aber auch den Einblick in unser Denken und Fühlen darstellen. Uns persönlich, den Admins im Team, fällt es allerdings immer schwer, negative oder schlechte Nachrichten zu veröffentlichen.

Sie kosten Kraft, verursachen oft Unverständnis, auch wenn uns derlei aus dem täglichen Dienst selbst bekannt ist. Aber sie gehören dazu und zeichnen leider allzu oft ein negatives Bild vom Polizeiberuf, wogegen wir regelmäßig unsere Sicht der Dinge versuchen darzustellen und so um Verständnis zu werben.

Auch erhielten wir viele persönliche Zuschriften unserer Leser. Menschen, die Probleme hatten, die Hilfe oder einfach nur Verständnis suchten. Hier haben wir so gut es ging geholfen und zwar auf sämtlichen Seiten, namentlich auf Facebook, Twitter, Instagram und per Email.

Falls wir mal jemanden vergessen haben sollten, was durchaus vorkommen kann: bitte nicht böse sein. Wir betreuen unsere Seiten in unserer knappen Freizeit und wir hoffen, dahingehend auf Verständnis, wenn uns auch mal ein Fehler unterläuft oder wir mal jemanden vergessen haben.

Allerdings wissen wir auch, dass bei einigen unserer Leser das Jahr 2018 ein schreckliches Jahr war, mit dienstlichen und/oder privaten Problemfeldern, Schicksalsschlägen, Krankheiten oder anderen Steinen, die ihnen in den Weg gelegt wurden.

Manch einer hat sich uns anvertraut, wie kürzlich ein Kollege, der über dienstliche Erlebnisse auf seinem eigenen Account geschrieben hat (freilich ohne Rückschlüsse auf Ort oder Person) und deswegen dienstliche Konsequenzen zu spüren bekam, die völlig aus der Luft gegriffen waren. Und das im Internetzeitalter. Zum Kopfschütteln. Wir hoffen, dass gerade für euch alle das Jahr 2019 eine positive Wendung bereit hält!

In 2018 hat uns inbesondere der Einsatz im Hambacher Forst beschäftigt. Die Gewaltbereitschaft der meist autonomen Linksextremisten, die nicht nur Polizisten mit Steinen, Molotowcocktails und Fäkalien bewerfen, sondern auch RWE-Sicherheitsmitarbeiter und Feuerwehrkameraden und auch die Anwohner teils tyrannisieren. Diese Leute leben ihre Gewaltfantasien aus, was nichts mehr mit dem eigentlichen Vorhaben der tatsächlichen Umweltaktivisten zu tun hat, diesen sogar schadet.

Zu so einigen Skandalen, die als solche dargestellt wurden, haben wir Stellung bezogen und aufgezeigt, warum es sich um keinen Skandal handelt. Ein Sache ist und bleibt allerdings ein Skandal: Die Schießstandaffäre in Berlin. Kollegen starben und sterben, weil sie giftigen Dämpfen ausgesetzt waren und die Polizeiführung jahrelang, trotz Kenntnis der Umstände, nichts unternommen hat. Nun hatte kürzlich der Berliner Innensenator ein geplantes Treffen mit betroffenen Kollegen abgesagt, weil es (für ihn) zu viele waren. Wo bleibt da die FürsorgePFLICHT und die Menschlichkeit?

Den zahlreichen verletzten Kollegen, die im Einsatz teils so schwer verletzt wurden, dass sie auch ins neue Jahr hinein dienstunfähig sein werden, wünschen wir eine möglichst schnelle und vollständige Genesung!

Für die Kollegen, die wir in diesem Jahr verloren haben, erheben wir die Hand zum Salut. Wir denken an euch, wir fühlen mit den Angehörigen und stehen an der Seite der Kollegen. Ihr seid mit eurer Trauer nicht alleine.

Demgegenüber gab es aber auch viele schöne Momente.

So lernten wir im Laufe des Jahres einige Polizisten kennen. Ihre Geschichten könnt ihr in unseren Rubriken “Mit den Kollegen auf Streife” noch einmal nachlesen. Auch haben uns viele Kollegen, aber auch Angehörige von Polizisten, in persönlichen Zuschriften ihre Gedanken- und Gefühlswelt offenbart, die wir in Form von Leserbriefen veröffentlicht haben – unter anderem auch in unserer Rubrik “Die positive Geschichte“. Vielen Dank dafür!

Über so einige Kuriositäten und lustigen Momente haben wir zusammen gelacht. Manche unserer Leser haben wir auch ins Herz geschlossen und würden es missen, keinen regelmäßigen Kontakt zu haben. Und sogar einige Freundschaften hat uns der Kontakt über die Seite beschert, bei manchen “nur” virtuell, bei anderen auch persönlich. Dafür sind wir sehr dankbar!

Das Jahr 2018 lies Polizist=Mensch die größte inoffizielle Polizeiseite für den gesamten deutschsprachigen Raum bleiben und wir danken allen, die dazu beigetragen haben, durch Zuschriften, Bildgrüße, Kommentare oder durch ihren Like. Ohne euch wären wir nicht das, was wir sind…

Und noch eine Aktion hat das Motto Polizist=Mensch von online nach offline getragen. Mit “Patches für Lisa” hat die Polizeifamilie bewiesen, dass sie international zusammen steht und zu Weihnachten einer jungen Dame eine große Freude bereiten konnte.

Ein besonderer Dank geht an unsere regelmäßigen Leser und Kommentatoren, Bildeinsender und Geschichtenerzähler. Auch möchten wir allen danken, die uns im Laufe des Jahres durch ihre positiven Zuschriften gezeigt haben, dass wir mit Polizist=Mensch etwas Besonderes auf die Beine gestellt haben, was gefällt und uns bestätigt, dass wir unser Ziel erreichen: Austausch zwischen Polizisten und Bürgern auf Augenhöhe und die Polizei menschlicher zeigen.

Was wir uns wünschen

Wir wünschen uns zum Jahresabschluss, dass ihr, unsere Leser, uns erhalten bleibt und vielleicht der oder andere noch zu uns findet und sich bei uns wohl fühlt.

Wir wünschen uns, dass alle Kollegen/innen stets gesund ihren Dienst beenden können, dass weniger Gewalt und dafür mehr Respekt herrscht; nicht nur uns Uniformierten gegenüber, sondern gegenüber jedem Mitmenschen.

Wir wünschen uns nicht nur von Teilen der Gesellschaft mehr Anerkennung, sondern insbesondere auch von der politischen, juristischen und der Führungsebene. Wir alle sind Menschen und wir haben mit Menschen zu tun. Wir sind nicht einfach nur eine Personalnummer und wir haben es nicht einfach nur mit Fällen zu tun. Hinter jeder Nummer steckt ein Mensch, hinter jedem Fall ein Schicksal.

Denkt bitte daran, dann wäre uns Polizisten und auch so einigen Bürgern schon viel geholfen!

Apropos Führungsebene: Wir mussten im Verlaufe des Jahres einige Bildgrüße im Nachhinein löschen, weil wir von den jeweiligen Einsendern darum gebeten wurden. Wie sich zeigte, wurden die jeweiligen Fotos von der Führung anders wahrgenommen, als vom Großteil unserer Leser.

Daher unsere Bitte: Die sozialen Netzwerke sind für die Außendarstellung der Polizei kein notwendiges Übel, sondern eine Chance! Zahlreiche Seiten ausländischer Kollegen, namentlich aus den Niederlanden, Australien, den skandinavischen Ländern, den USA und Kanada, zeigen ganz klar auf, dass man die Polizei menschennah darstellen kann, wenn man den Kollegen den Freiraum dafür lässt.

Diese Erkenntnis machen aber auch wir von Polizist=Mensch. Die zahlreichen Bildgrüße, insbesondere aber dann, wenn die Kollegen auf den Bildern zu sehen sind, kommen bei unseren Lesern gut an und zeigen eine Bürgerpolizei, den Menschen in der Uniform. Mittlerweile zeigen solche Bilder auch einige offizielle Polizeiaccounts, was wir ausdrücklich begrüßen. Zu einigen Social-Media-Teams der Polizei konnten wir im Laufe des Jahres einen kollegialen Kontakt aufbauen. Eine gute Entwicklung!

Abschließend, wenn es sich einrichten lässt, wären mehr Personal und eine durchdachtere und optimierte Ausstattung, ausgerichtet an den Belangen derjenigen, die damit arbeiten müssen, auch sehr hilfreich.

In diesem Sinne wünschen wir für hier und jetzt allen einen guten Ausklang des Jahres 2018, rutscht gut hinein ins neue Jahr und den in dieser Nacht aktiven Einsatzkräften wünschen wir, wo auch immer ihr eingesetzt seid, einen möglichst ruhigen Dienst, damit auch für euch noch etwas Zeit bleibt, gemeinsam anzustoßen oder das Feuerwerk zu genießen.

Rutscht gut rein, wir lesen uns nächstes Jahr…

Herzlichst
Euer Polizist=Mensch Team