Verloren in den Niederlanden: Polizisten fahren verwirrten Mann 280 km zurück nach Hause

30. Dezember 2018 um 19:24 Uhr

Verloren in den Niederlanden: Polizisten fahren verwirrten Mann 280 km zurück nach HauseDas hier geschilderte Beispiel zeigt, wie wichtig die Arbeit der Polizisten manchmal ist und sie manchmal die einzigen sind, die jemanden nicht sich selbst überlassen. Auch wenn es nicht in unseren Zuständigkeitsbereich fällt, können wir manche Dinge einfach nicht auf sich beruhen lassen.

Die Polizei in den Niederlanden erhielt durch Zeugen den Hinweis, dass ein Auto mit deutschem Kennzeichen sehr gefährlich fahren würde. Sofort begab sich eine Streife der Politie Alblasserwaard/Vijfheerenlanden in Richtung Nieuwland (Provinz Südholland), wo das Fahrzeug gemeldet worden war.

Die Beamten konnten das Fahrzeug anhalten und den Fahrer kontrollieren. Er stand offenbar nicht unter Alkoholeinfluss, doch weiterfahren lassen konnten sie ihn auch nicht. Seine Fahrweise war zu gefährlich. Es war der vorausschauenden Fahrweise der anderen Verkehrsteilnehmer geschuldet, dass es nicht zum Unfall gekommen war.

Wie sich heraus stellte, war der Deutsche in Osnabrück (Niedersachsen) auf einer Ausstellung gewesen und wollte eigentlich nach Hause fahren. Er hatte sich doch total verfahren und war dann im 280 km entfernten niederländischen Nieuwland gelandet.

Die Polizisten konnten den Mann in diesem Zustand nicht weiterfahren lassen und stellten den Führerschein sicher, der den deutschen Behörden zur Überprüfung der Fahrtüchtigkeit übermittelt wird. Doch wie sollte der Mann nun nach Hause kommen?

Die öffentlichen Verkehrsmittel kamen für den Mann nicht in Frage, er war zu verwirrt und wäre wohl auch auf diesem Wegen nicht Zuhause angekommen. Für ein Taxi hatte der Mann nicht genügend Geld parat. Eine Familie habe der Verwirrte nicht und Freunde seien nicht verfügbar.

Auch eine Rückfrage beim deutschen Konsulat half nicht weiter. Die Polizisten hatten großes Mitgefühl mit dem ungewollt in den Niederlanden gestrandeten Mann. Es blieb also nur eine Möglichkeit: Die Beamten mussten den Mann nach Hause fahren.

Nachdem die Polizisten die Erlaubnis der deutschen Behörden für diese Rückführung hatten, machten sich Polizisten am nächsten Morgen auf in Richtung Osnabrück und fuhren den Mann ins 280 km entfernte Zuhause.

Fast wie eine Entschuldigung liest sich der abschließende Satz im Polizeibericht:

“Wenn Sie also zufällig in Deutschland waren und ein niederländisches Polizeiauto gesehen haben, war das in Ordnung.”

Vielen Dank an die Kollegen, die sich so rührend um den Mann gekümmert und dafür gesorgt haben, dass er sicher und wohlbehalten zu Hause ankommt. Diese Aktion zeugt von hoher Empathie und Mitgefühl.