Zahl des Tages: 45 Franken Bußgeldeinnahmen pro Kopf

18. Dezember 2018 um 15:15 Uhr

Zahl des Tages: 45 Franken Bußgeldeinnahmen pro KopfWir berichten nicht zum ersten Mal über sogenannte Fangquoten, also Vorgaben für Polizisten, wie viele Anzeigen sie erstatten sollen oder wie viele Bußgeldeinnahmen erwartet werden (http://p-m.blue/fangquote). In der Schweiz wurden die erwarteten Einnahmen aus Bußgeldern für 2019 gegenüber diesem Jahr teils verdoppelt.

Natürlich müssen die Regierungen ihre Finanzen planen. Man kann nur dann sinnvoll investieren, wenn man weiß, welche Einnahmen zu erwarten sind. Jedoch ist dies im Sicherheitssektor, sprich bei der Polizei, etwas anrüchig, wird auf diese Weise Druck auf die Polizisten ausgeübt, für ebendiese Einnahmen zu sorgen.

In den Deutschschweizer Städten und Kantonen wurden nun von den Regierungen die zu erwartenden Bußgeldeinnahmen für 2019 beziffert und was die Regierungen da erwarten wird mit Sicherheit nicht weniger, als in diesem Jahr. So geht man in der Deutschschweiz davon aus, nächstes Jahr über 265 Mio. Franken aus Bußgeldern einzunehmen.

Die Stadtregierung Baden zum Beispiel rechnet im nächsten Jahr mit 4,5 Mio. Franken und damit mit doppelt so vielen Bußgeldeinnahmen als 2017 tatsächlich anfielen. Doch die Städte und Kantone rechnen ziemlich unterschiedlich. Im Schnitt muss jeder Deutschschweizer mit einem Bußgeld von 45 Franken pro Kopf im nächsten Jahr rechnen.

Hier eine Auflistung der unterschiedlichen Einnahmen (pro Kopf):

Stadtpolizei Zürich: 152 Franken
Stadtpolizei Baden: 113 Franken
Kantonspolizei Uri: 107 Franken
Kantonspolizei Basel-Stadt: 79 Franken
Kantonspolizei Schwyz: 44 Franken
Kantonspolizei St. Gallen: 43 Franken
Kantonspolizei Bern: 39 Franken
Stadtpolizei Aarau: 30 Franken
Stadtpolizei Luzern: 19 Franken
Kantonspolizei Zürich: 17 Franken
Kantonspolizei Aargau: 7 Franken
Kantonspolizei Solothurn: 6 Franken

Nun könnten sich Polizisten diesem Erwartungsdruck ihrer Regierungen verweigern, doch dann werden sie vermutlich das Nachsehen haben. Erklärungen werden fällig, warum das gesteckte Ziel nicht erreicht wurde und womöglich wird die ein oder andere Beförderung länger auf sich warten müssen.