Gelbwesten-Proteste in Frankreich: Ex-Boxer prügelt auf Polizisten ein und erhält über 100.000 Euro Spenden

10. Januar 2019 um 16:02 Uhr

Gelbwesten-Proteste in Frankreich: Ex-Boxer prügelt auf Polizisten ein und erhält über 100.000 Euro SpendenSeit Wochen schon werden von der sogenannten Gelbwesten-Bewegung in Frankreich Sachen beschädigt und Polizisten angegriffen. Mit legalem und vielleicht sogar berechtigtem Protest hat das alles nichts mehr zu tun. Kürzlich kam es zu einem Vorfall, der einen nur noch kopfschüttelnd und ratlos zurück lässt.

Der Ex-Profiboxer Christophe Dettinger hat in zwei Aktionen Polizisten angegriffen und das Ganze wurde auf Video festgehalten. In dem einen Vorfall springt er von einer Seine-Brücke in eine Gruppe Polizisten, die den Gelbwesten den Weg versperren und prügelt auf diese ein.

Hierbei schlägt er so brutal zu, dass Helme und Schilder keinen Schutz mehr bieten können. Die Beamten müssen den Kampf gegen den Angreifer aufgeben und sich zurück ziehen. In einem weiteren Fall schlägt er auf einen am Boden liegenden Polizisten ein und tritt ihn mit heftigen Fußtritten.

Dettinger macht aus seiner Sympathie für die Gelbwesten keinen Hehl, er ist auf den Videos gut zu erkennen und er war auch nicht vermummt. So kam es auch, dass er sich in Begleitung eines Anwalts den Behörden stellte und dann im Polizeigewahrsam landete.

Die Aktionen führten dazu, dass die Gelbwesten nun einen Helden haben und auf einer Spendenplattform wurde zu Spenden für den nun inhaftierten Ex-Boxer aufgerufen. Innerhalb weniger Tag sollen so über 100.000 Euro zusammen gekommen sein.

Die Spendenplattform reagierte dann damit, dass die Spendensumme nicht mehr angezeigt wurde, doch die Gelder sind nun einmal da und können vom Gewalttäter abgerufen werden.

Die wird er wohl auch gebrauchen können, erwarten ihn für die Angriffe bis zu 45.000 Euro Geldstrafe und maximal drei Jahre Freiheitsstrafe. Von den Spenden kann er einer Geldstrafe ganz gelassen entgegen sehen und auch noch locker seinen Anwalt bezahlen.

Selbst unter politischen Sympathisanten der Gelbwesten ist die Spendenaktion höchst umstritten. So schrieb Mounir Mahjoubi, Staatssekretär für Digitales, der sich öffentlich zur Gelbwestenbewegung bekannt hat, auf Twitter: “Wenn sich der Reiz des Geldes mit Hass und Gewalt verbindet, kann ich dafür nur Ekel empfinden. Alle müssen Verantwortung übernehmen: Diese Spendenaktion ist unwürdig.”

Verkehrte Welt…

Allen Kollegen, die rund um die Gelbwestenproteste in Frankreich verletzt wurden, und das sind einige, wünschen wir schnelle und vollständige Genesung!