Kuriose Verfolgungsfahrt: Polizist verfolgt pöbelnden Jogger mit dem Dog-Scooter der Geschädigten

29. Januar 2019 um 08:27 Uhr

Kuriose Verfolgungsfahrt: Polizist verfolgt pöbelnden Jogger mit dem Dog-Scooter der GeschädigtenWenn wir von Verfolgungsfahrten berichten, dann sind Verfolger (Polizist) und Verfolgter (Bösewicht) meist mit einem Fahrzeug unterwegs. Wir berichteten auch schon davon, dass sich Kollegen Fahrräder ausborgten und so den flüchtigen Täter stellen konnten. Doch die Verfolgungsfahrt, über die wir nun berichten, ist außergewöhnlich und witzig zugleich.

Vorgestern Mittag war eine Frau mit ihrem Dog-Scooter auf dem Deichradweg in Worms (Rheinland-Pfalz) unterwegs, als ein Jogger ihr lautstark “blöde Kuh” entgegen warf und sie anschließend zu Boden stieß. Doch anstatt sich um die Gestürzte zu kümmern, lief der Jogger einfach weiter.

Alarmierte Polizisten konnten den Jogger zwar noch sehen, doch eine Verfolgung mit dem Streifenwagen war nicht möglich und zu Fuß hatte dieser in seiner sportlichen Kleidung eindeutig einen Vorteil gegenüber den Polizisten mit ihrem ganzen Gerödel am Gürtel.

Als die Beamten dem Jogger zuriefen, er solle stehen bleiben, ignorierte er diese Weisungen. Kurzerhand bot die 36-Jährige Geschädigte den Polizisten ihr ungewöhnliches Gefährt zur Verfolgung an. Hierbei sei angemerkt, dass ein Dog-Scooter eine Art Tretroller ist, der über ein verstärktes Vorderrad verfügt und von einem eigens hierfür trainierten Hund gezogen wird.

Nach einem Crashkurs über die wichtigsten Kommandos, “Vorwärts”, “Rechts”, “Links” und “Bleib stehen”, traute sich einer der Polizisten die Verfolgung zu und wagte das Abenteuer. Und siehe da, er konnte recht schnell zum immer noch joggenden Jogger aufschließen.

Als der Polizist sich mit seinem ungewöhnlichen Verfolgungsmittel in Höhe des Joggers befand, forderte er ihn auf – Achtung: Kopfkinogefahr! – stehen zu bleiben. Den Jogger interessierte diese Aufforderung überhaupt nicht, wohl aber den folgsamen Hund, der den Dog-Scooter zog und den Befehl völlig richtig interpretierte. Abrupt war die Verfolgungsfahrt beendet.

Doch der Polizist nahm die Sache nun in die eigenen Füße und holte den Jogger nun per pedes ein. Der 51-jährige Jogger erklärte nun, dass er von der Frau ebenfalls beleidigt worden sei. Es folgte nun im Beisein der Polizisten ein klärendes Gespräch zwischen den vormaligen Kontrahenten und die Sache war damit erledigt.

Die Polizei Worms konstatiert abschließend:

“Auch wenn die Verfolgung von Erfolg gekrönt war, wird die Polizei Worms zukünftig keine Dog-Scooter als Einsatzmittel anschaffen.”