Lieferung frei Haus: Transporterfahrer liefert Öl zur Autobahnpolizei und fällt mit mehreren Verstößen auf

12. Januar 2019 um 11:41 Uhr

Lieferung frei Haus: Transporterfahrer liefert Öl zur Autobahnpolizei und fällt mit mehreren Verstößen auf

Bild: Polizei Dortmund

Kannst du dir nicht ausdenken – das ist es, was uns auf Anhieb bei dem folgenden Vorfall einfällt, gefolgt von einem kräftigen Kopfschütteln. Auch wenn die Sache nicht umsonst war, kam die Lieferung frei Haus, äh, Polizeiwache.

Am vergangenen Mittwoch brachte ein Transporter ein Fass Öl zur Autobahnpolizeiwache Dortmund in Arnsberg. Da der zuständige Mitarbeiter gerade nicht da war, nahm ein Polizeibeamter die Lieferung entgegen. Und wie heißt es bei Aktenzeichen XY ungelöst so schön (frei zitiert): Er verließ die Wache und ahnte nichts.

Das trifft wohl auf beide Seiten zu. Als der Fahrer des Transporters nämlich die Ladebordwand absenkte, fiel dem Polizisten direkt auf, dass die Ladung nicht richtig gesichert war. Der Polizeibericht vermerkt an dieser Stelle: “Dies löste den berufsbedingten Kontrollreflex des Autobahnpolizisten aus.”

Der Beamte nahm das Gefährt des 36-jährigen Fahrers etwas genauer unter die Lupe und so fand er mehrere technische Mängel (ABS Störung, scharfe Kanten an der Stoßstange). Doch dabei blieb es nicht, denn zu einem solchen Fahrzeug gehört immer auch ein Fahrer.

Als der Polizist dessen Unterlagen prüfte, wurde die Sachlage nicht besser, eher schlimmer. Auch beim Fahrer konnten diverse Verstöße festgestellt werden, darunter gegen die Lenk- und Ruhezeiten. Von diesen nicht einen, nicht fünf, nein, es waren über 30.

Und das, wie der Polizeibericht vermerkt, obwohl laut Ladepapieren für den Fahrer klar war (oder gewesen sein müsste), dass seine Fahrt zu einer “Autobahnwache” geht. Die Folgen: Eine Ordnungswidrigkeitenanzeige wegen des Verstoßes gegen die Sozialvorschriften in über 30 Fällen gegen den Fahrer, den Halter des Transporters und gegen den Disponenten.

Hinzu gesellt sich eine Anzeige wegen mangelhafter Ladungssicherung und technischer Mängel, deren Beseitigung ebenfalls zu Buche schlagen dürfte. Die Dortmunder Kollegen schließen ihren Bericht mit dem Satz:

“Alles in allem wird dies das Faß wahrscheinlich zum überlaufen bringen.”

Bild: Polizei Dortmund