Mit den Kollegen auf Streife: Ein Silvestereinsatz, den ich mit nach Hause genommen habe

1. Januar 2019 um 20:20 Uhr

Mit den Kollegen auf Streife: Ein Silvestereinsatz, den ich mit nach Hause genommen habeGestern Abend hatte ein Kollege einen schwierigen Einsatz, der ihn emotional berührt hat. Ein Einsatz, den er nach Dienstschluss nicht auf der Dienststelle lassen konnte, den er mit nach Hause genommen hat.

Unter diesem Eindruck stehend hat er uns diese Zeilen zukommen lassen. Private Gedanken, die er vermutlich niemals im Dienst so äußern würde. Das bitte wir beim Lesen zu berücksichtigen.

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“Kurz vor Feierabend noch nen Verkehrsunfall aufzunehmen ist ja schon ärgerlich, umso schlimmer für mich ist es dann, wenn man mitgeteilt bekommt, dass ein Hund angefahren wurde.

Als ich gegen 18:30 Uhr an der Unfallstelle eintraf und gerade ausgestiegen bin hatte ich kurzzeitig das Gefühl ich wäre in einem Michael Bay Film gelandet, zumindest was die Soundkulisse angeht. Gerade rechtzeitig um noch zu erleben wie der angefahrene Hund (gerade mal ein Jahr alt) seinen letzten Atemzug macht.

Während ich also damit beschäftigt bin, das arme Tier von der Straße zu bringen und irgendwie seinen Besitzer ausfindig zu machen, während ich nebenbei sämtliche für die Unfallaufnahme nötigen Daten erfasse, beschleicht mich gelegentlich der Gedanke, ob ich hier in einem Kriegsgebiet bin und die Leute noch alle Latten am Zaun haben.

Ich bin immer noch total aufgewühlt, weil der Tod dieses Tieres einfach nur unnötig war.

Also an alle, die meinen schon vor 24 Uhr ihr Feuerwerk abzufeuern und zu böllern was das Zeug hält, in meinen Augen seid ihr die letzten Vollidioten und ich verachte euch zutiefst. Es gibt nun mal Lebewesen die haben nicht den Luxus sich zum verrichten ihrer Notdurft auf eine Porzellanschüssel setzen zu können, ne, die müssen nach draußen!

Und stellt euch vor, viele von denen haben vor dem Zeug ne Heidenangst und alles andere als Spaß daran.

Und an alle Haustierbesitzer, bitte sichert eure Kleinen ausreichend, ihr könnt euch nicht vorstellen welche Kräfte man Entwickeln kann, wenn man Todesangst hat. Also lieber mal zwei Leinen und anständiges Material.

Und nochmal: Ich möchte niemandem verbieten um 24 Uhr sein Feuerwerk zu starten, aber doch bitte nicht schon ab 18 Uhr.
Und wer sich jetzt angegriffen fühlt, der kann sich gerne entfernen, denn solche Leute brauche ich in meinem Umfeld nicht.

Peace Out und ein gutes neues Jahr!”

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Der Kollege ist uns namentlich bekannt, möchte jedoch anonym bleiben. Diese Zeilen geben die persönliche Meinung des Kollegen wieder.