Nach häuslicher Gewalt: Auf Messerangriff folgt Schusswaffengebrauch

17. Januar 2019 um 19:05 Uhr

Nach häuslicher Gewalt: Auf Messerangriff folgt Schusswaffengebrauch

Opfer würgt Polizistin

Einsätze wegen häuslicher Gewalt können gefährlich werden. Gerade dann, wenn sich das ursprüngliche Opfer, welches die Polizei um Hilfe gebeten hat, sich mit ihrem Peiniger verbündet und sich dann gegen die eigentlichen Helfer wendet und diese angreift, sind die Folgen kaum absehbar.

So geschehen gestern Abend im bayerischen Pullach. Da wählte eine 44-jährigen Frau den Notruf, weil ihr Freund am randalieren sei und nicht mehr weiter wisse. Die eintreffende Streife wurde sogleich von dem Randalierer mit einem Messer bedroht, woraufhin sich die Beamten zurück zogen und Unterstützung anforderten.

Vor Eintreffen der Unterstützungskräfte verließ die Mitteilerin die Wohnung, übergab den wartenden Beamten das Messer und ging zu einem Nachbarn. Als dann eine zweite Streife vor Ort war, wollten die Polizisten die Wohnung des Angreifers betreten.

Die zweite Streife, eine 22-jährige Polizistin und ein 27-jähriger Polizist, gingen zum rückwärtigen Bereich des Hauses und wollten dort absichern, als der Randalierer, abermals mit einem Messer bewaffnet, zur Terassentür heraus auf die Beamten zustürmte.

Den weiteren Verlauf hält der Polizeibericht wie folgt fest: “In dieser bedrohlichen Situation – der Angreifer hatte eine geringe Distanz zu den Beamten – gab ein Beamter einen Schuss aus seiner Dienstwaffe auf den Angreifer ab, um seine Kollegin und sich zu schützen.”

Der Angreifer ging zu Boden, die Situation war damit entschärft. Während Rettungskräfte alarmiert wurden, wollten die eingesetzten Polizisten Erste Hilfe Maßnahmen einleiten, als sich plötzlich die Freundin des Randalierers auf die junge Polizistin stürzte und diese sogleich zu würgen begann.

Erst weitere Polizisten, die hinzu kamen, konnten diese tätlichen Angriff beenden und die Frau unter Kontrolle bringen. Der 44-jährige Randalierer kam mit schweren, aber nicht lebensgefährlichen, Verletzungen in eine Klinik.

Gegen ihn wird nun wegen versuchten Totschlags ermittelt, gegen seine Freundin wegen gefährlicher Körperverletzung, jeweils zum Nachteil der eingesetzten Polizisten. Das Landeskriminalamt untersucht die Rechtmäßigkeit des Schusswaffengebrauchs.

Sofern die junge Kollegin bei dem Angriff verletzt wurden, wünschen wir ihr gute Besserung. Allen eingesetzten Kollegen wünschen wir zudem eine gute Verarbeitung dieses schwierigen Einsatzes und dass sie hierzu jede notwendige Unterstützung erhalten.