Statement: Auf Polizisten an Silvester mit Waffe gezielt und abgedrückt

7. Januar 2019 um 20:06 Uhr

Statement: Auf Polizisten an Silvester mit Waffe gezielt und abgedrücktMan stelle sich folgende Situation vor. Jahreswechsel, es sind viele Menschen auf der Straße. Überall knallen Böller, Raketen steigen in den Himmel auf, ausgelassene Stimmung. Ein Streifenwagen fährt durch die Straßen, die Polizisten wollen nach dem Rechten sehen, Präsenz zeigen.

Eigentlich hätten sie etwas anderes vorgehabt, den Jahreswechsel mit den Liebsten verbracht. Aber sie sind gerade auf Streife und möchten dafür sorgen, dass alle anderen gut ins neue Jahr kommen. Als die Streife an mehreren Personen am Straßenrand vorbeifährt, hebt einer den Arm und streckt den erhobenen Mittelfinger aus – gut sichtbar in Richtung Polizeifahrzeug.

Ein anderer hat eine Schusswaffe in der Hand. Er zielt damit auf den gerade vorbei fahrenden Streifenwagen – und drückt ab, mehrfach. Ein Dritter steht neben vorgenanntem und erhebt ebenfalls gut sichtbar den Mittelfinger in Richtung Polizeifahrzeug.

Der Streifenwagen fährt weiter, als sei nichts geschehen. Und wäre die Schusswaffe keine Schreckschusswaffe gewesen, könnte die Situation an ein Kriegsgebiet erinnern. Dieser Vergleich wurde in diesem Zusammenhang mehrfach bemüht und ist gar nicht so weit hergeholt.

Tatsächlich ist dieser Vorfall zum Jahreswechsel in Berlin Neukölln geschehen, das Video verbreitet sich gerade im Netz. Etwas ganz ähnliches wurde in den vergangenen Tagen auch aus Bremen gemeldet. Dort sollen zwei Männer mit einer Schreckschusswaffe und einer Anscheinswaffe, welcher einer Kriegswaffe ähnlich sieht, gezielt, aber nicht abgedrückt haben.

Zudem soll es, nicht nur in Bremen und Berlin, sondern auch anderswo, für manchen Zeitgenossen ein Spaß gewesen sein, auf Einsatzkräfte Böller zu werfen, Raketen in deren Richtung abzufeuern.

In Berlin unternahmen die Polizisten nichts und fuhren weiter. In Bremen schritten die Beamten ebenfalls nicht ein, wobei die Personen in einer größeren Menschengruppe untertauchen konnten.

Was sagt das über die Polizei aus?

Im Zusammenhang mit dem Video aus Berlin wurden viele Kommentare verfasst. Manch einer sah den Rechtsstaat dahin schwinden, wenn die Polizisten nicht eingreifen, andere bezeichneten die Beamten als Feiglinge, wiederum andere stellten die Frage, warum die Kollegen nicht eingeschritten sind, notfalls auch geschossen hätten.

Egal wie die Kollegen reagiert hätten, sie hätten nur verlieren können. Hätten die Polizisten nicht auf diese Provokation reagiert, wie geschehen, dann macht sich das Netz über sie lustig, kommt zu dem Schluss, dass der Rechtsstaat nicht wehrhaft sei, weil nicht eingeschritten wurde.

Hätten die Kollegen reagiert, wären sie vermutlich mit gezogener Waffe ausgestiegen. Es lag eine Bedrohungslage vor und dass es sich um eine Schreckschusswaffe handelt war auf Anhieb nicht zu erkennen.

Vermutlich hätten sich die Personen untereinander solidarisiert, dritte Personen wären hinzu gekommen, ein Pulk hätte sich um die Polizisten herum gebildet. Eine größere Menschenmenge um zwei Polizisten herum, die mit gezogener Waffe dort standen. Das kann nur schief gehen.

Also haben die Kollegen das gemacht, was in dieser Situation am klügsten war. Nicht reagieren und weiter fahren. Die wenigstens Kommentatoren sind zu diesem Schluss gekommen, dass die Polizisten in diesem Fall für ihr besonnenes Handeln Achtung verdient haben.

Und wer hätte schon die Schlagzeile am Neujahrstag lesen wollen, in der von Toten berichtet wurde, die mit einer Schreckschusswaffe auf Polizisten geschossen hatten?

Was sagt das über diese Menschen aus?

Menschen neigen erwiesener Maßen dazu, in einer größeren Gruppe, in ausgelassener Stimmung, vielleicht auch mit Alkohol in der Blutbahn, unvorsichtig, wenig vorausschauend, ja sogar dumm zu sein.

Das dürfte auf diese Personen zutreffen, denn sie merken gar nicht, dass ihre Provokation dazu hätte führen können, dass sie sich in Lebensgefahr befinden. Es ist das Dümmste was man überhaupt machen kann, mit Schusswaffen auf Polizisten zu zielen!

Und dabei spielt es nicht einmal eine Rolle, ob es sich um eine scharfe Schusswaffe handelt, eine Schreckschusswaffe oder eine Attrappe. Das ist, gerade im Dunkeln, nicht auf Anhieb zu erkennen und so reagieren wir Polizisten auf eine Bedrohungslage mit dem Gebrauch unserer Schusswaffe. Und die ist garantiert scharf!

Ganz abgesehen davon, dass es sich in Berlin, wie in Bremen, um Straftaten handelt, die verfolgte werden müssten, die Waffen eingezogen werden müssten, kann man nur zu folgendem Schluss kommen:

Das war keine Provokation, es war einfach nur dumm!

Danke an die Kollegen, in Berlin, in Bremen und anderswo, die auf solche dummen Handlungen so ruhig, besonnen und professionell reagiert haben! Unser Respekt ist Euch sicher.