Lebensrettung unter erschwerten Bedingungen: Polizisten öffentlich belobigt

4. Februar 2019 um 11:02 Uhr

Der Volksmund behauptet, die (Verwaltungs-) Mühlen mahlten langsam – doch sie malen und so erhielten zwei Polizisten aus dem Saarland 14 Monate nach ihrer Heldentat eine öffentliche Belobigung.

Polizeikommissarin Isabelle Görres und Polizeikommissar Steven Andler, beide von der Polizei Völklingen, wurden am 23. November 2017 zu einem Wohnhausbrand gerufen. Freilich muss nicht extra erwähnt werden, das Feuerwehr und Rettungsdienst ebenfalls alarmiert wurden, doch die beiden Beamten waren die ersten Einsatzkräfte vor Ort.

Sie sahen den Qualm aufsteigen und wussten, dass sich noch jemand in dieser Wohnung befand. “Ich dachte mir zunächst nur: Oh je, noch keine Feuerwehr vor Ort. Dann hieß es für uns Augen zu und durch”, waren Kollegin Isabelles erste Gedanken.

Ihr Kollege Steven ergänzt: “Wir konnten gar nicht lange nachdenken und mussten sofort handeln. So betraten wir das verqualmte Haus, um den Bewohner zu retten.” Doch die Sache gestaltete sich schwieriger als erhofft.

Der 91-jährige Bewohner verkannte völlig den Ernst der Lage und beharrte darauf, dort zu bleiben wo er war – nämlich in seiner (verqualmten) Wohnung. Also mussten die beiden Polizisten dem Mann gegen seinen Willen retten und als sie ihn in Richtung Eingangsbereich brachten, wurde die Sache nicht einfacher.

Dieser war nämlich derart verqualmt, dass sie sich vorwärts tasten mussten, um sich zu orientieren. Die Absprache erfolgte auf Zuruf, denn sehen konnten die beiden nichts. Doch ihre Bemühungen waren von Erfolg gekrönt, sie konnte mit dem Bewohner das Haus verlassen und begaben sich allesamt in medizinische Betreuung.

Denn alle drei hatten eine Rauchgasvergiftung davon getragen, die jedoch problemlos behandelt werden konnte. Am 30. Januar 2019 wurden die beiden Polizisten für ihren Mut und ihre Courage öffentlich belobigt und wir möchten die Worte von Innenstaatssekretär Christian Seel zitieren:

“Sie sind zu echten Helden geworden und haben nicht nur direkt und unmittelbar dabei geholfen, einen Menschen aus einer lebensbedrohlichen Situation zu retten, sondern haben mit ihrem selbstlosen und geistesgegenwärtigen Eingreifen einen Beitrag für unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt geleistet. Dafür gebührt ihnen unser ausgesprochener Dank.”

Ehre, wem Ehre gebührt!