Petition: Fürsorgefond für Berliner Schießstandopfer nachbessern!

22. Februar 2019 um 11:08 Uhr

Wir haben regelmäßig über den Schießstandskandal in Berlin berichtet. Daher an dieser Stelle nur ein paar wenige Fakten: Seit 2011 war das Problem der Gesundheitsgefährdung durch fehlerhafte Abluftsysteme bekannt, die die Schießstäube und -dämpfe nicht absaugten, sondern zum Schützen zurück bliesen. Erst 2013 wurde etwas unternommen und 62 der 73 Schießstände geschlossen.

Einige Kollegen sind in der Folge erkrankt, mancher sogar zwischenzeitlich gestorben und der Kausalzusammenhang zwischen den Dämpfen und der Erkrankung konnte medizinisch nachgewiesen werden. Erst 2017 wurde durch den Berliner Senat ein Entschädigungsfonds für betroffene Polizisten ins Leben gerufen.

795 Anträge auf Entschädigung gingen ein, 332 wurden abgewiesen, trotz jahrelanger Kontamination. 453 Anträge wurden angenommen und den weitaus meisten Geschädigten wurde eine Entschädigung von 3.000 Euro zugesprochen. Dabei wurde offenbar nicht berücksichtigt, wie häufig und wie lange die Kollegen den Dämpfen ausgesetzt waren. Alles weitere könnt ihr hier nachlesen.

Mit Hilfe der Petition soll die Verteilung der Gelder und die Berücksichtigung der tatsächlichen Gesundheitsgefährdung korrigiert werden. Der Berliner Senat ist es den betroffenen Kollegen einfach schuldig, nach dem Desaster von Vertuschung und Abwiegelung für eine angemessene Entschädigung zu sorgen.

Schließlich hat der Senat die Verantwortliche der Vertuschung, Ex-Polizeivizepräsidentin Margarete Koppers, zur Generalstaatsanwältin berufen und damit für ihr Fehlverhalten geadelt, obwohl eben wegen dieser Sache ein Strafverfahren wegen Körperverletzung im Amt gegen sie anhängig ist.

Es wäre also an der Zeit zu würdigen, was die Kollegen und ihre Angehörigen auf sich nehmen mussten und müssen, weil sie verpflichtet waren die fehlerhaften Schießstände zu nutzen. Auch wenn das Geld niemanden wieder gesund macht oder ins Leben zurück holt, ist es doch eine Anerkennung für Leid, Schmerzen und Tod, die durch dienstliche Missstände verursacht wurden.

Hier geht es zur Petition.


Danke an alle, auch im Namen der betroffenen Kollegen, die ihre Stimme abgeben!