Gedanken einer Leserin: Diese Worte gehen nach Winnenden

11. März 2019 um 20:12 Uhr

Gedanken einer Leserin: Diese Worte gehen nach Winnenden

“Diese Worte gehen nach Winnenden:

Wir sind bei Euch!

Ich selber lebe rund 700 km entfernt, hoch im Norden Deutschlands, kenne den Ort nicht, kenne die Schule nicht, kenne keines der Opfer oder ihre Familien. Und dennoch beschäftigt mich dieses Datum, und alles was damit zusammenhängt, extrem. So extrem, das ich gerade aus einem Alptraum aufgewacht bin. Und es wird mir klar: ich kenne eben doch ein Opfer dieser Tat…

Vor rund 9 Monaten lernte ich einen Polizisten kennen, der heute vor zehn Jahren genau dort war, an eben jener Schule. Stundenlang haben wir gesprochen und er hat mir seine noch immer tiefsitzenden Narben gezeigt. So viel Leid, Hass, Zweifel, Verzweiflung, Ohnmacht…. nach zehn Jahren!

Und immer wieder kamen zwei Worte, die für ihn in diesem Zusammenhang noch immer unerträglich sind:

Das Wort WARUM.
Das Wort DANKE.

Zum ersten Wort wurde viel analysiert, spekuliert, interpretiert. Aber die Wahrheit werden wir nie wirklich erfahren. Wir müssen uns damit abfinden, nicht alles auf dieser Welt erklären zu können.

Das zweite Wort, noch unerträglicher. Seine Gedanken:
Wofür?
Wir kamen zu spät.
Wir konnten es nicht verhindern.
Wir haben ihn nicht gekriegt.

Ich sage falsch!!! Hört auf damit!!!

Ja, es gab Opfer. Unschuldige und sinnlose Opfer. Und mein Beileid geht an all deren Familien und Freunde.
Aber zu spät? Was bedeutet das?

Keiner von euch konnte es vorher wissen. Ihr habt sofort reagiert. Und ihr habt noch schlimmeres verhindert! Geht nicht so hart mit euch ins Gericht, ihr habt getan was ihr konntet!

Mein unendlicher Dank und Respekt geht an Euch! Lasst nicht zu, das er auch Euch zu seinen Opfern macht!

Danke für all Eure Einsätze 💕
You face what we fear!

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Die Autorin ist uns namentlich bekannt, möchte jedoch anonym bleiben.