Kurioses aus dem Polizeibericht im Original: Einer kommt, einer geht

12. März 2019 um 11:47 Uhr

Kurioses aus dem Polizeibericht im Original: Einer kommt, einer gehtAuch wenn sich der folgende Vorfall in der vergangenen Woche in Kamp-Lintfort (Nordrhein-Westfalen) genauso zutrug, möchten wir ihn euch nicht vorenthalten. Und weil das Leben die interessantesten Geschichten schreibt, könnt ihr nun lesen, wie es nach einem Verkehrsunfall unter Alkoholeinfluss und der anschließenden Auslösung zu einem Ringtausch kam. Unser Polizeibericht im Original:

“Es gibt nichts, was es nicht gibt.” Niemand weiß das besser als die Polizei. Und so entwickelte sich ein scheinbar alltäglicher Sachverhalt vom gestrigen Mittwoch zum Schmunzelstückchen.

Gegen 19.00 Uhr fällt einem Zeugen auf einem Grundstück einer Gärtnerei an der Mühlenstraße ein weißer Opel Astra auf, der vorne stark beschädigt ist. Dahinter steht ein schwarzer Wagen und drumherum fünf Unbekannte. Drei von ihnen fahren mit den Autos weg, nachdem der Zeuge ihnen erklärt hatte, die Polizei gerufen zu haben, die übrigen entfernen sich zu Fuß.

Auf einem Parkplatz in der Nähe treffen die gerufenen Polizistinnen und Polizisten dann auf zwei Georgier, die nur gebrochen Deutsch sprechen und wild gestikulieren. Die Kolleginnen und Kollegen übersetzen folgerichtig: Es gab einen Unfall, ein weißer Opel Astra ist gegen eine Straßenlaterne gefahren, die nun wiederum abgeknickt im Straßengraben liegt. Von dem Fahrer des Wagens ist nur ein Vorname bekannt, weiteres steht erst einmal in den Sternen. Aber nicht von langer Dauer:

Die Beamten finden im Rahmen der Fahndung rasch den Unfallwagen, der auf einem Parkplatz gegenüber einer Gaststätte an der Mühlenstraße parkt und stellen ihn sicher.

Gegen 21.00 Uhr erscheint der Fahrer auf der Polizeiwache, der nach dem Unfall erst einmal Rat bei einem Bekannten gesucht und noch Restalkohol angeblich vom Vortag hat.

Dem 46-jährigen Mann aus Georgien entnimmt ein Arzt daraufhin eine Blutprobe und da er hier in Deutschland keinen festen Wohnsitz hat, nehmen ihn die Polizisten vorläufig fest. Zumindest so lange, bis er eine Sicherheitsleistung zahlen kann.

Die Aussicht auf Freiheit für den 46-Jährigen naht gegen 01.15 Uhr: Da erscheinen vier Freunde aus Georgien auf der Wache und legen die geforderte Summe auf den Tisch.

Nachdem die Kolleginnen und Kollegen die Personalien des Quartetts aufgenommen und überprüft haben, stellen sie fest, dass gegen einen der Kumpel ein Haftbefehl vorliegt. Der 38-jährige Georgier ist zur Abschiebung ausgeschrieben.

Also kurzer Ringtausch:

Der 46-Jährige wird dank der Zahlung entlassen, der 38-Jährige, der zur Entlassung beigetragen hat, eingesperrt.

So kann’s gehen. Also, es gibt nichts, was es nicht gibt….