Möglicher Überfall auf Spielhalle: Verdächtiger Mann bedroht Polizisten – Schusswaffengebrauch

22. März 2019 um 12:18 Uhr

Möglicher Überfall auf Spielhalle: Verdächtiger Mann bedroht Polizisten - SchusswaffengebrauchAm vergangenen Dienstag ist es in Dortmund (Nordrhein-Westfalen) zu einem Schusswaffengebrauch durch Polizisten gekommen. Auch wenn für den Getroffenen keine Lebensgefahr bestand, ist die Sache aus mehreren Gründen tragisch.

Tragisch, weil wir Polizisten unsere Waffe nach Möglichkeit nicht einsetzen möchten. Unser Ziel ist der Schutz von Menschen und Sachen. Doch haben wir keine andere Wahl, geht unser eigenes Leben vor. Dennoch tragisch für den Mann, der von mehreren Projektilen getroffen wurde. Tragisch aber auch für die junge Anwärterin, die den Einsatz miterleben musste.

Zeugen alarmierten abends die Polizei. Sie hatten einen Mann beobachtet, der sich merkwürdig verhielt. Sie hatten die Befürchtung, dass er die örtliche Spielhalle überfallen könnte. Eine Streife bestehend aus zwei Kommissaren und einer Kommissaranwärterin begaben sich zur Spielhalle.

In der Nähe konnten sie den beschriebenen 45-Jährigen sichten. Dieser flüchtete jedoch, als er die nahenden Polizisten sah. Die Beamten nahmen die Verfolgung auf und konnten ihn nach kurzer Zeit stellen. In diesem Moment zog der Verdächtige einen spitzen Gegenstand hervor und hielt ihn hoch.

Die Polizisten forderten den Mann auf, diesen Gegenstand abzulegen, doch dieser ignorierte die Aufforderung. Daraufhin wurde mehrfach durch die Beamten der Schusswaffeneinsatz angedroht, sollte er den spitzen Gegenstand nicht weglegen.

Plötzlich ging alles ganz schnell. Die Polizisten sahen einen unmittelbar bevorstehenden Angriff und setzten ihre mehrfache Androhung in die Tat um. Sie gaben mehrere Schüsse auf den 45-Jährigen ab und trafen ihn im Ober- und Unterkörper.

Die Polizisten, sowie zwischenzeitlich eingetroffene Unterstützungskräfte, leisteten Erste Hilfe, bis der Rettungsdienst eingetroffen war. Dieser brachte den Mann in ein Krankenhaus, wo er operiert werden musste. Lebensgefahr bestand nicht.

Noch am Tatort durchsuchten die Polizisten den Mann und auch die unmittelbare Umgebung. Sie konnten eine Sturmhaube, einen längeren Zirkel und eine lange Schere finden und sicherstellen.

Gegen den 45-Jährigen wird nun wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt. Ob er tatsächlich vorhatte die Spielhalle zu überfallen ist noch unklar. Die Ermittlungen hat aus Neutralitätsgründen das Polizeipräsidium Recklinghausen übernommen.

Wir hoffen, dass die eingesetzten Kollegen betreut werden, damit sie diesen Einsatz verarbeiten können. Für alle, insbesondere auch für die junge Kollegin, ist das ein einschneidendes Erlebnis gewesen.

Wir werden später noch einmal auf diese unmittelbare Gefahr für uns Polizisten eingehen, die nicht immer offensichtlich ist und bei der es überlebenswichtig sein kann, die Sache aus mehreren Blickwinkeln zu betrachten.