Pilotprojekt bei der Polizei Brandenburg: Ein Diensthund, der Datenträger erschnüffelt

26. März 2019 um 18:10 Uhr

Wir leben im 21. Jahrhundert und die Generation Internet speichert alles, auf allen mögliche Datenträgern. Ob auf Speicherkarten, Festplatten oder USB-Sticks. Und diese können manchmal wichtige Beweismittel sein. Sei es bei Sexualdelikten, organisierter Kriminalität oder Terrorismus.

Was also spricht dagegen, wenn ein Diensthund mehr oder weniger Daten erschnüffelt, bzw. die Datenträger, auf denen diese Daten, die für das Verfahren wichtig sind, gespeichert werden?

Nun, die Idee ist noch ziemlich neu, jedenfalls im polizeilichen Bereich. In den USA gibt es immerhin schon 20 Spurhünde, die Datenträger erschnüffeln können, in Großbritannien zwei. Deutschland zieht nun nach und verlässt sich dabei auf das Engagement ihrer Polizisten.

Lydia Marquardt ist Polizeikommissarin und von ihr stammt die Idee, einen Diensthund daran auszubilden, Datenträger aufspüren zu können. Die 37-jährige Polizistin vom Polizeipräsidium Potsdam war vor ihrem Eintritt in den Polizeidienst bei der Bundeswehr und führte dort einen Sprengstoffsuchhund.

Die studierte Wirtschaftsingenieurin trat in den Polizeidienst des Landes Brandenburg ein und absolvierte dort das Studium an der Polizeihochschule. Ihre Hochschularbeit: Thema “Cybergrooming”, also Anmache im Internet.

Kollegin Lydia schlug den Einsatz eines Datenträgerspürhundes vor. Die Idee fand Anklang und Lydia kümmerte sich um den Rest. Sie suchte den Hund aus, einen Weimaraner-Rüden, der nun anderthalb Jahre jung ist.

“Ivo vom bronzenen Hirsch” ist sein vollständiger Name. 800 Euro hat Kollegin Lydia aus eigener Tasche für den Welpen bezahlt, die Ausbildung finanzierte sie ebenfalls selbst. Er ist das Pilotprojekt der Landespolizei Brandenburg.

In einer Vorführung zeigte er bereits sein können und das ist beachtlich. In einer Fahrzeughalle des Polizei-Campus Potsdam-Eiche, in dem es ansonsten nach Autoabgasen und Motoröl riecht, fand er eine SIM-Karte, die in einer Mauerritze steckte, eine Speicherkarte, die in einem Industriestaubsauger versteckt war, sowie eine versteckte Festplatte und einen USB-Stick.

Bald wird Ivo in der Praxis sein Können beweisen dürfen und der stellvertretende Polizeipräsident Roger Höppner freut sich: “Ich bin stolz, dass wir ein solches Pilotprojekt in der Brandenburger Polizei durchführen. Damit können wir auch im bundesweiten Vergleich der Polizeien ein Vorreiter sein.”