Spiel mir das Lied vom Knast: Für tanzenden Panflötenspieler hatten “Faxen” Folgen

16. März 2019 um 11:57 Uhr

Spiel mir das Lied vom Knast: Für tanzenden Panflötenspieler hatten "Faxen" FolgenMit der Zunft der Straßenmusikanten, die ihre erlernte und jahrelang einstudierte Kunst dem geneigten Publikum darbieten und sich über den einen oder anderen Taler freuen, der den Weg von der Geldbörse des Zuhörers in den bereit gelegten Hut findet, hatte der Protagonist der folgenden Begebenheit wohl nichts zu tun.

Ansonsten hätten Passanten wohl kaum die Leitstelle der Polizei darüber informiert, dass der Mann in Düren (Nordrhein-Westfalen) an einer Straßenkreuzung stand und tanzend Panflöte spielte. Hierbei gilt es auch die Uhrzeit zu beachten: Es war die Nacht auf den gestrigen Freitag, gegen 02:40 Uhr.

Die Passanten nutzten dann auch die Umschreibung “Faxen machen”, um das, was der Mann darbot, zu beschreiben. Eine Streife machte sich auf den Weg, diese “Faxen” mal genauer zu betrachten. Und tatsächlich konnten sie den Mann wie beschrieben vorfinden.

Bei der anschließenden Kontrolle des 27-Jährigen stellten die Beamten fest, dass der Mann auch noch auf anderen Gebieten wenig künstlerisch veranlagt war. Gegen ihn bestand ein Haftbefehl wegen des Erschleichens von Leistungen, sprich, wegen Schwarzfahrens.

Um eine Haft abwenden zu können hätte der 27-Jährige eine Geldstrafe an Ort und Stelle entrichten können. Doch das Einzige, was er tatsächlich kunstvoll beherrschte war die Mittellosigkeit. So wurde der Mann festgenommen und verbrachte den Rest der Nacht im Polizeigewahrsam. Der Polizeibericht schließt mit den Worten:

“Von dort aus wurde er am Freitagmorgen samt Panflöte an eine Justizvollzugsanstalt überstellt.”

Ob ihm nun die Flötentöne ausgegangen sind, ist nicht überliefert…