Catch me if you can: “Geflügelpolizisten” fangen vermisste Pute

18. April 2019 um 11:44 Uhr

Catch me if you can: "Geflügelpolizisten" fangen vermisste Pute

Bild: Polizei Dortmund

Getreu dem obigen Filmtitel mussten Polizisten in Lünen (Nordrhein-Westfalen) besondere Anstrengungen unternehmen, um eine vermisste Pute wieder einzufangen. Und weil schon der Einsatz selbst einer gewissen Komik nicht entbehrte, verfasste der Kollege den Polizeibericht so unterhaltsam, dass wir ihn gerne zitieren möchten:

“Am Dienstag (16. April) gegen 8.45 Uhr wurde den Beamten ein äußerst komplizierter Sachverhalt zugewiesen: Auf der Kanalbrücke der Dortmunder Straße soll ein vermutlich unter Drogen stehender Truthahn sein Unwesen treiben. Dutzende Verkehrsteilnehmer seien bereits gefährdet worden. Zusätzliche Brisanz erhielt der Fall, als durch die Einsatzleitstelle bekannt gemacht wurde, dass am gestrigen Abend bereits eine Pute als vermisst gemeldet worden sei.

Das geflügelte Tier konnte von den Beamten auf der Straße ‘Am Kanal’ parallel zur Kanalbrücke entdeckt und umstellt werden. Eine Beamtin identifizierte das verdächtige Geflügel sofort als die vermisste Pute. Ein Truthahn konnte ausgeschlossen werden.

Trotz perfekter Umstellung gestaltete sich die Ingewahrsamnahme äußerst tückisch. Kurz vorm Zugriff entzog sich die Pute der Ingewahrsamnahme durch ein überraschendes und waghalsiges Flugmanöver. Gleichzeitig landeten mehrere gezielt von der Pute auf die Beamtin abgeworfene Stinkbomben gefährlich nah neben ihr auf dem Boden. Sie blieb unverletzt. Es entwickelte sich eine wilde und gefährliche Hetzjagd durchs Unterholz des angrenzenden Waldstücks, in dem das Federvieh Zuflucht suchte.

Die Beamten waren kurz davor Luftunterstützung anzufordern, da nutzte der Beamte eine leichte Unachtsamkeit in der Deckung der vermissten Pute und schmiss sich todesmutig mit einem ‘Becker-Hecht’ auf das Geflügel. Es gelang ihm dabei sich so abzurollen, dass weder er noch die Vermisste Verletzungen bei dieser Ingewahrsamnahme davontrugen.

Mittels einer mobilen Hundetransportbox, welche durch eine freundliche Passantin zur Verfügung gestellt wurde, konnte die Vermisste der Polizeiwache Lünen zugeführt werden. Dort wurde sie zunächst in die Gewahrsamszelle 2 gesperrt.”

Nina Vogt von der Pressestelle fügt ergänzend hinzu:

“Natürlich nur so lange, bis die Beamten den Besitzer des entlaufenen Federviehs erreicht hatten. Und dieser sein Tier wohlbehalten auf der Wache abholte. Auch die Transportbox fand wieder zu ihrer Besitzerin zurück – selbstverständlich gereinigt.

Hinweis für Medienvertreter: Der Pressemitteilung ist ein Foto der Pute beigefügt. Sie gilt seit gestern nun nicht mehr als vermisst. Nach Inkrafttreten der neuen ‘Putenschutz-Grundverordnung (PSGVO)’ dürfen wir das Gesicht der Pute daher nicht mehr unverfremdet zeigen.”

Irgendwas haben die Kollegen in Dortmund geraucht 😂 Nein, im Ernst, einfach genial geschrieben 🤣