Bekenntnis: Berlin Neukölln benennt Straßen nach getöteten Polizisten

10. Mai 2019 um 19:46 Uhr

Bekenntnis: Berlin Neukölln benennt Straßen nach getöteten PolizistenIn Berlin Neukölln werden zwei Straßen nach getöteten Berliner Polizisten benannt. Dies hat der Ausschuss für Verkehr, Tiefbau und Ordnung der Neuköllner Bezirksverordnetenversammlung am vergangenen Mittwoch einstimmig beschlossen und folgt damit einem Antrag von SPD, CDU und Grünen.

Zwar muss die Beschlussvorlage noch von der Bezirksverordnetenversammlung verabschiedet werden, doch dies gilt als Formalität. Mit der Umbenennung der Straßen sollen die beiden Polizisten Uwe Lieschied vom Abschnitt 55 (Neukölln) und Roland Krüger vom Spezialeinsatzkommando gewürdigt werden, die beide im Ausübung ihres Dienstes getötet wurden.

Lieschied wurde am 17. März 2006 durch einen Kopfschuss verletzt und verstarb vier Tage später im Krankenhaus. Krüger starb ebenfalls an einem Kopfschuss, als er im April 2003 bei einem Einsatz gegen libanesische Clans eingesetzt war.

Zuletzt hatten wir Anfang April dieses Jahres darüber berichtet, dass unbekannte Täter die Gräber der beiden getöteten Polizisten auf dem Neuköllner Parkfriedhof geschändet hatten. Die Gräber wurden beschädigt und es wurden Hakenkreuze angebracht.

Bereits im November 2016 war eine Gedenktafel für Kollege Lieschied, die gerade erst enthüllt worden war, von Unbekannten mit Brandschäden geschändet. Vermutlich haben diese Ereignisse dazu geführt, dass die politisch Verantwortlichen in Neukölln den beiden Polizisten gedenken und die Arbeit der Polizei so würdigen möchten.

Zudem wurde bekannt gegeben, dass am Neuköllner Rathaus ein zentraler Gedenkort errichtet werden soll.

Auch wenn es die schändlichen Taten nicht ungeschehen macht, ist dies jedoch ein politisches Statement und ein Bekenntnis zu den beiden Kollegen, die in Ausübung ihres Dienstes für die Allgemeinheit ums Leben kamen.

Wir danken der Neuköllner Bezirksverordnetenversammlung für Antrag und Beschluss!