Hochzeitskorso und Schüsse: Polizisten beschlagnahmen 14 Führerscheine

15. Mai 2019 um 18:52 Uhr

Hochzeitskorso und Schüsse: Polizisten beschlagnahmen 14 FührerscheineDas Phänomen der sogenannten Hochzeitskorsos ist mittlerweile bundesweit bekannt. Diese Autokorsos aus Anlass einer Hochzeit, bei der die Teilnehmer sämtliche Verkehrsregeln über Bord werfen, andere Verkehrsteilnehmer in absolut verantwortungsloser Weise gefährden, können und dürfen nicht geduldet werden.

Ein solcher Hochzeitskorso, der bereits im Februar dieses Jahres im Landkreis Aschaffenburg (Bayern) stattfand, hat nun schwerwiegende Folgen, sowohl für einige Autofahrer, als auch einige andere Beteiligte. Dabei waren bislang schon umfangreiche Ermittlungen notwendig, die nun weiter zum Abschluss gebracht werden.

Wie das Polizeipräsidium Unterfranken mitteilte, befand sich eine Hochzeitsgesellschaft am 8. Februar auf der A3, führte riskante Bremsmanöver durch, blockierte andere Autofahrer und die Teilnehmer filmten sich gegenseitig. Aus mehreren Schreckschusspistolen wurden hierbei Schüsse abgegeben.

Später verließ der Hochzeitskorso die Autobahn und fuhr durch die Innenstadt von Aschaffenburg. Die Schießerei ging hier weiter und andere Verkehrsteilnehmer wurden durch Überholmanöver gefährdet. Nach einem Zeugenaufruf ermittelt die Polizei wegen schweren Landfriedensbruchs, Verstößen gegen das Waffengesetz, Gefährdung des Straßenverkehrs, gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und Nötigung gegen insgesamt 40 Beschuldigte.

Gegen 14 Autofahrer des Hochzeitskorsos wiegen die Vorwürfe so schwer, dass auf Antrag der Staatsanwaltschaft vom Amtsgericht die Beschlagnahme für deren Führerscheine angeordnet wurde. In einer gemeinsamen Durchsuchungsaktion wurden in der vergangenen Woche unter Beteiligung zahlreicher Dienststellen und Polizisten elf Führerscheine beschlagnahmt.

Die übrigen drei Führerscheine, deren Beschlagnahme angeordnet wurde, wurden von ihren Inhabern im Nachgang bei der Polizei abgegeben, so dass sich nun alle 14 Führerscheine in amtlicher Verwahrung befinden. Diese Autofahrer dürfen bis auf weiteres kein führerscheinpflichtiges Fahrzeug mehr führen.

Welche Folgen dies nun letzten Endes für die Autofahrer und die übrigen fast 30 Beschuldigten haben wird, wird sich erst nach Abschluss der Ermittlungen und Würdigung durch die Justiz zeigen.