Kurios oder dümmer als die Polizei erlaubt: Besuch der Polizei endet zweimal unplanmäßig

21. Mai 2019 um 12:15 Uhr

Kurios oder dümmer als die Polizei erlaubt: Besuch der Polizei endet zweimal unplanmäßigWer die Polizei aufsucht hat meist ein bestimmtes Anliegen und derjenige würde mit Sicherheit nicht eine Wache aufsuchen, wenn er nicht wüsste, dass etwas gegen ihn vorliegt. Denkt man jedenfalls. In einem der folgenden Fälle werden wir eines besseren belehrt – und auch, dass es nichts bringt, Polizisten zu belügen.

Beide Fälle trugen sich in der vergangenen Woche an zwei aufeinander folgenden Tagen in Marburg (Hessen) zu und passen in die Kategorie “dümmer als die Polizei erlaubt”.

Fall 1: Am Mittwoch besuchte ein Mann die Wache um den Verlust seines Personalausweises anzuzeigen. Durchaus löblich, dass der 20-Jährige seiner Verpflichtung nachkommt. Doch es ist nicht nur eine Pflicht, den Verlust amtlicher Dokumente anzuzeigen, man schützt sich damit selbst, falls der unredliche Finder Schindluder damit treiben sollte.

Alles gut, sollte man meinen, wenn da nicht der offene Haftbefehl wäre, den der junge Mann noch auf dem Kerbholz hat. Das bemerkte auch schnell der Polizist, der sich um die Verlustanzeige kümmern sollte.

Da der 20-Jährige den Geldbetrag nicht aufzubringen vermochte, um die Haft abzuwenden, ging es für ihn nach Aufnahme der Verlustanzeige (freilich ohne über Los zu gehen) in die nächste Justizvollzugsanstalt, wo er für eine Weile einsitzen wird.

Verpflichtung nachgekommen, in zweifacher Hinsicht. Das entlastet doch das Gewissen ungemein…

Fall 2: Gleich einen Tag später, am Donnerstag, um kurz nach Mitternacht, rief ein Mann bei der Marburger Wache an und wollte die Sachbeschädigung an seinem Fahrzeug anzeigen. Da der Polizist am Telefon bemerkte, dass der Anrufer ganz offenbar alkoholisiert war, riet er dem Mann einige Stunden auszunüchtern und dann mit Auto zur Wache zu kommen.

Wie das so ist, fehlt im alkoholisierten Zustand hin und wieder das Zeitgefühl und so erschien der Anrufer schon etwa zwei Stunden später höchstpersönlich auf der Wache. Viel zu kurz, um den Alkohol im Blut auf gewisses Maß abzubauen. Selbstüberschätzung kommt also auch noch hinzu.

Ein Bekannter habe ihn gefahren, versucht er eine mögliche Alkoholfahrt den verwunderten Polizisten noch auszureden. Als ein Beamter ihn aber wenig später aus dem Wartebereich abholen wollte, um die Anzeige aufzunehmen, fehlte von dem 24-Jährigen jede Spur.

Einer Streife fiel dann auch wenig später der Wagen samt Fahrer auf und es war kein Bekannter, der hinter dem Steuer saß, sondern der 24-Jährige vormalige Möchtegernanzeigeerstatter höchsselbst. Unnötig zu erwähnen, dass eine Blutprobenentnahme folgte und der Führerschein sichergestellt wurde.

So resümieren dann auch die Marburger Kollegen:

“Alles in allem wirklich dumm gelaufen.”