Mit den Kollegen auf Streife (von Holger): Das hochmotorisierte Fahrzeug

19. Mai 2019 um 18:22 Uhr

Mit den Kollegen auf Streife (von Holger): Das hochmotorisierte Fahrzeug

“Im Rahmen einer Geschwindigkeitsmessung haben wir zu zweit in den Ort fahrende Pkw mit der dienstlichen Laserpistole gemessen. Dabei kommt oft so einiges zusammen.

Auch ein kleinerer Sportwagen flog mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit in die Ortschaft.
Mit Mühe haben wir den Autofahrer noch anhalten können.

OK, so ein Gespräch ist fast immer unglücklich, weil gerade bei den etwas betuchteren Fahrern fast immer ein anderer Schuld ist. Dafür legt man sich in seinem dienstlichen Leben so einiges an Kontras auf fast jede Ausrede zurecht.

Doch, oh Graus, der Fahrer gibt auch noch zu, dass sein Auto zu schnell war. Unterschrieben hat er das Ticket dann nicht, aber er gibt freundlich und höflich an, dass wir alles richtig gemacht haben und möchte halt nur nicht unterschreiben. Es steht ja nun mal jedem zu, das abzulehnen. Der freundliche Fahrer wollte sich später schriftlich zum Verstoß äußern.

Gut, der Standard-Schutzmann freut sich immer über höfliche Menschen, selbst dann, wenn diese gerade eben noch eine so hohe Geschwindigkeit drauf hatten, dass es locker für ein Fahrverbot reicht. Misstrauisch hat es mich aber irgendwie doch gemacht.

Trotz allem versucht man sich ja irgendwie auf alle Ausreden vorzubereiten und schreibt sicherheitshalber jeden unwichtig erscheinenden Mist in das Messprotokoll.
Nur, es kam kein Anschreiben in dem wir uns nochmal äußern sollten. Auch nach Monaten nicht.

Dafür kam irgendwann die freundliche Einladung, mit der man uns bei einem Gerichtstermin wiedersehen wollte.
Tja, man geht unruhigen Herzens dorthin, schaut sicherheitshalber nochmal die Protokolle durch um Fragen beantworten zu können.

Vor Gericht sitzt man dann da auf seinem Stühlchen und wird normalerweise von allen Seiten mit Fragen bombardiert. Die kann man dann meist mit etwas Überlegen ruhigen Gewissens beantworten.

Doch da kommt dann nach den üblichen Fragen plötzlich eine Frage, auf die wir uns natürlich nicht vorbereitet hatten.
„Können sie sich daran erinnern, ob der Herr hier erkältet war, als er wegen zu schnellen Fahrens von ihnen angehalten wurde?“

Öh? Die Fragezeichen kreisen mir um den Kopf… Keine Ahnung, so gar keine Ahnung, warum?

„Ja, der Herr hat angegeben, dass er einen Niesanfall hatte, als er gefahren ist. Im Rahmen dieses Niesanfalles habe er vermutlich mit dem rechten Fuß kurz ganz nach unten getreten. Dabei hatte er wohl das Gaspedal erwischt. Aufgrund seines hochmotorisierten Fahrzeuges hat dieses dadurch so schnell beschleunigt, dass es schneller geworden ist, als erlaubt!“

Ich bin irritiert. „Keine Ahnung, ob er erkältet war!“

„OK, Freispruch!“

Kopfschütteln…”