Tag der offenen Tür: Kritik an Taser-Vorführung vor Kindern

21. Mai 2019 um 20:17 Uhr

Tag der offenen Tür: Kritik an Taser-Vorführung vor KindernAnfang Mai dieses Jahres fand im Einsatztrainingszentrum der Polizei des Saarlandes in Göttelborn ein Tag der offenen Tür statt. Die Polizei zeigte sich und ihre Einsatzmittel, führte ihr Können bei Übungen vor und selbstverständlich gab es auch ein Angebot für Kinder.

Nun hagelt es aber Kritik an einer Vorführung, die Polizisten dem geneigten Publikum zeigten, um Transparenz zu zeigen und Hintergründe verständlich zu machen. Es wurde auch der Taser (Distanzelektroimpulsgerät, kurz DEIG) nicht nur gezeigt, sondern auch an einer Person vorgeführt. Hintergrund ist hier, dass die saarländische Polizei aktuell einen Probebetrieb der Taser durchführt.

Hierzu haben sich nun der Kinderschutzbund und die Partei Die Linke zu Wort gemeldet und die Polizei scharf kritisiert. Vom Kinderschutzbund heißt es, dass derartige Darbietung das Kindeswohl gefährden könnten und die Polizei sensibler mit solchen Gewaltdarstellungen umgehen solle.

Die Linke argumentiert, dass man eine potentiell “tödliche Waffe” nicht bei einem solchen Fest vor Kindern vorführen solle und verweist darauf, dass seit Einführung des Tasers im Streifendienst bereits zwei Menschen in Deutschland (Hessen und Rheinland-Pfalz) nach einem solchen Einsatz verstorben seien.

Das saarländische Innenministerium sieht jedoch keinen Grund für solch harsche Kritik. Es seien bei dieser Vorführung Übungskartuschen verwendet worden und zudem hätte es den Eltern jederzeit frei gestanden mit ihren Kindern die Übung zu verlassen.

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Bis hierhin unsere Berichterstattung. Nun möchten wir unsere Meinung dazu kundtun:

Wer Kritik üben möchte, wird immer etwas finden, was er kritisieren kann. Kommen wir also zunächst zur Kritik des Kinderschutzbundes. Die Polizei stellt täglich in Einsätzen, bei denen Kinder beteiligt sind, unter Beweis, dass ihr das Wohl der Kinder, ebenso aller anderen Schutzbedürftigen (wie Kranken, Behinderten und älteren Menschen) ganz besonders am Herzen liegt.

Die Polizei möchte durch eine solche Vorführung ihre Arbeit transparent darstellen und wir gehen jede Wette ein, dass diese Vorführung viele Interessierte angelockt hat, der ein oder andere sich vielleicht sogar als Proband zur Verfügung gestellt hätte.

Zudem gehen wir davon aus, dass man in diese Vorführung nicht einfach plötzlich hineingeraten ist, sondern klar war, was an diesem Areal genau geschieht. Die Eltern hätten also jederzeit vor der Vorführung entscheiden können, dass das nichts für ihre Kinder wäre und hätten gehen können.

Deswegen verstehen wir diese Kritik nicht. Sicher ist Gewaltdarstellung nichts für kleine Kinderaugen, zumindest auch dann, wenn die Sache nicht kindgerecht erklärt wird. Denn darum geht es schließlich. Bloße Gewaltdarstellung, wie sie allabendlich im Fernsehen zu sehen ist, nur um der Gewaltdarstellung willen, wird auch nicht erklärt und kann tatsächlich verstörend wirken. Es geht schließlich um Show und Effekt – je schlimmer desto besser.

Darum geht es aber bei der Polizei nicht und daran wird sich auch nichts ändern. Wer mit seinen Kindern eine solche Vorführung besucht und sich hinterher wundert, dass das Kind mit der Darbietung hadert, hat als Eltern versagt, weil man sein Kind offenbar nicht kennt und zu schützen vermochte.

Und nun zu den Linken: Der Taser als potentiell tödliche Waffe. Aha. Und das nur, weil es in einem sehr geringen Prozentsatz (vielleicht sogar im Promillebereich) vorkommen KANN, dass der Einsatz des Tasers tödlich verlaufen KANN.

Zwar gilt der Taser als Waffe im Sinne des Waffengesetzes und der Einsatz ist aus diesem Grunde an hohe rechtliche Hürden geknüpft. Zudem ist der Einsatz bei offenbar körperlich kranken Menschen, Schwangeren und Kindern verboten. Den Taser aber als tödliche Waffe zu bezeichnen, auch wenn man einschränkend das potentiell hinzu gesellt, ist völlig daneben.

Dann wäre der Wasserwerfer, der regelmäßig ebenfalls bei solchen Aktionstagen zur Vorführung kommt, auch eine potentiell tödliche Waffe. Wer mit dem vollen Wasserdruck von 15 bar getroffen wird, kann tödliche Verletzungen davon tragen.

Oder der Streifenwagen erst, die Betriebsgefahr dieses eigentlich nicht als Waffe geltenden Fortbewegungsmittels ist so hoch, dass ab einer Geschwindigkeit von 30 km/h für Fußgänger eine Kollision tödlich enden kann.

Soll das alles der Polizei verboten werden, nur weil es der Linken in den Kram passt, den Stempel “TÖDLICH” aufdrücken zu können? Die Grünen wollten vielen Polizisten bereits die Waffen abnehmen, weil sie keine Notwendigkeit für einen (potentiell tödlichen) Einsatz sehen und ist der Meinung, dass es der Taser auch tut.

Und da beschweren sich die Grünen und Linken, dass viele Polizisten deren Parteien kritisch gegenüberstehen?

Das Innenministerium hat sich völlig richtig hinter die Polizisten gestellt und dem ist eigentlich nichts mehr hinzu zu fügen.