Wegen Disziplinarverfahren? Polizist stirbt bei Alleinunfall

6. Mai 2019 um 18:34 Uhr

Wegen Disziplinarverfahren? Polizist stirbt bei AlleinunfallIhr habt sicher mitbekommen, dass in Hessen gegen mehrere Polizisten ermittelt wird, die angeblich rechtem Gedankengut anhängen, einer türkischen Anwältin sogar Drohbriefe geschrieben haben sollen.

Wir haben uns bislang, auch wenn wir die Sache aufmerksam verfolgen, bewusst heraus gehalten und nicht darüber berichtet. Einerseits, weil die Lage ständig in Bewegung und vieles noch unbewiesen ist. Andererseits, weil nicht nur Mitwisser mit den eigentlichen (möglichen) Tätern in einen Sack gesteckt werden, sondern gleich die ganze Polizei.

Nach dem Motto: Wenn es das in Hessen gibt, muss es das auch woanders geben. Diese müßige Diskussion möchten wir nicht auf unserer Seite haben, solange nicht alle Fakten auf dem Tisch liegen. Nur eines sollte klar sein: Jeder Polizist hat die freiheitlich-demokratische Grundordnung zu verteidigen. Rechtes Gedankengut oder gar Ausländerhass sind hier Fehl am Platze und jeder Kollege, der sich hier schuldig macht, muss spürbare Konsequenzen tragen.

Wie beschrieben, hielten wir uns bislang aus diesem Thema heraus, doch nun möchten wir unser Schweigen brechen. Es geht um einen Polizisten in Hessen, vielleicht ein Mitwisser der vorgenannten Vorfälle.

Dieser verunglückte am gestrigen Sonntag mit seinem privaten Fahrzeug auf einer Landstraße bei Alsfeld, kam auf gerader Strecke nach links von der Fahrbahn ab und prallte mit hoher Geschwindigkeit gegen einen Baum. Für den 36-jährigen Polizisten kam jede Hilfe zu spät.

Wie es aus Ermittlerkreisen heißt, sei kein Dritter an dem Unfallgeschehen beteiligt. Ein Gutachter soll die Unfallursache ermitteln. Zudem wird berichtet, dass dieser Polizist Beteiligter eines Chats war, bei dem rechtsextreme Inhalte getauscht wurden.

Allerdings – und das gilt es zu bedenken – ist der tödlich verunglückte Beamte offenbar kein Täter. Gegen ihn wird nicht strafrechtlich ermittelt, sondern dienstrechtlich. Diese Ermittlungen waren im März dieses Jahres öffentlich bekannt geworden, wie das Polizeipräsidiums Osthessen der Lokalpresse bestätigte. Der Polizist wurde demnach vom Dienst suspendiert.

Einen Suizid bei dem Alleinunfall können die Ermittler zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausschließen.

Den Angehörigen des verstorbenen Kollegen gilt uns ganzes Mitgefühl. Wir wünschen ihnen viel Kraft in dieser schweren Zeit.

Ruhe in Frieden!

 

Ergänzung

Wir wurden darauf hingewiesen, dass durch unsere Berichterstattung der Eindruck entstehen könne, dass die Ermittlungen gegen den verstorbenen Kollegen etwas mit den Frankfurter Vorfällen zu tun hätten. Wir erhielten die Information, dass dem nicht so sei, worauf bereits der hessische Innenminister Peter Beuth gegenüber der Presse und im Innenausschuss des Landtages hingewiesen hatte.