Wildunfall mit trächtigem Reh: Rehkuh verendet, Kitze gerettet

16. Mai 2019 um 17:08 Uhr

Wildunfall mit trächtigem Reh: Rehkuh verendet, Kitze gerettet

Bild: Polizei Speyer

Im Moment sind wieder viele Wildtiere auf den Straßen unterwegs, auf der Suche nach einem Partner zur Paarung und nach Fressen. Deswegen kommt es zu vielen Wildunfällen, bei denen die Tiere verletzt werden oder verenden. Gerade in der Dämmerung ist es wichtig, aufmerksam zu fahren und bremsbereit zu bleiben.

Bei eine Wildunfall bei Speyer (Rheinland-Pfalz) lagen Freud und Leid sehr nah beieinander und unter den gegebenen Umständen hat die Geschichte doch noch einen guten Ausgang.

Am vergangenen Montagmorgen war ein Audi auf der B39 bei Speyer mit einer trächtigen Rehkuh kollidiert. Was wir jetzt schildern, wird schwer für Tierliebhaber zu verkraften sein. Bei der Kollision riss der Bauch der Rehkuh auf und die drei Kitze wurden teils auf die Fahrbahn geschleudert.

Eine Streife der Polizei Speyer fuhr zum Unfallort und fand das tote Reh vor. Doch dann hörten sie Fiepgeräusche vom Straßenrand und fanden die drei Kitze vor. Angesichts der aktuell frischen Morgentemperaturen war Wärme nun überlebenswichtig für die gerade ein paar Minuten alten Rehkinder.

Die Polizisten legten die Kitze in den Streifenwagen, in dem die Heizung lief und sie verständigten die Berufstierrettung Rhein-Neckar. Ein Mitarbeiter hatte Handtücher an Bord, mit denen die Rehkinder eingewickelt und warm gerubbelt wurden.

Dann ging es in die Wildtierstation Hünfelden, wo sich Mitarbeiter nun um die Kitze kümmern. Von hier berichtet Michael Sehr, wie nah Freud und Leid beieinander lagen: Auch wenn die Rehmutter verendete, hätte das schwächste Kitz eine normale Geburt ohne menschliche Hilfe vermutlich nicht überlebt.

In einem Facebookbeitrag bedankt sich die Berufstierrettung Rhein Neckar bei den Polizisten für die schnelle Hilfe und kommt zu der Überzeugung: “Hier hat die Rettungskette optimal funktioniert.” Nächstes Jahr sollen die Rehe dann ausgewildert werden.

Weitere Bilder von den Rehkindern, die zeigen, wie gut es ihnen gestern bereits wieder ging, zeigt der Beitrag der Tierrettung: