Finger weg vom Alkohol: Polizisten stellen bei Rechtsrock 4.200 Liter Bier sicher

22. Juni 2019 um 12:18 Uhr

Finger weg vom Alkohol: Polizisten stellen bei Rechtsrock 4.200 Liter Bier sicherRegeln sind dafür da, dass das Miteinander reibungsloser läuft und jeder weiß, woran er ist. Manche halten solche Regeln – und insbesondere Verbote – für so etwas wie unverbindliche Empfehlungen. Dass das nicht folgenlos bleibt, mussten die Teilnehmer einer Veranstaltung gestern erfahren.

In Ostritz (Sachsen) hatte ein Veranstalter die rechtsgerichtete Veranstaltung “Schild und Schwert” angemeldet und vom Landkreis Görlitz die Auflage erhalten, dass kein Alkohol ausgeschenkt werden darf. Der Veranstalter ging gegen diese Auflage vor, doch die wurde vom Verwaltungsgericht Dresden nicht etwa gekippt, sondern bestätigt.

So heißt es in dem Beschluss: “Vor dem Hintergrund der weiteren Veranstaltungen und der damit einhergehenden Begegnung der verschiedenen politischen Lager sowie des offensichtlich kämpferisch-aggressiven Charakters der Veranstaltung würde ein Alkoholkonsum unzweifelhaft die Gefahr von gewaltsamen Auseinandersetzungen weiter erhöhen.”

Das interessierte den Veranstalter offenbar sehr wenig und es wurden 4.200 Liter Bier in Fässern geordert. Doch er hatte wohl nicht damit gerechnet, dass dieser Verstoß Konsequenzen haben würde. Die Polizei stellte nämlich bereits im Vorfeld der Veranstaltung das ganze Bier sicher und ließ es mit Unterstützung des Technischen Hilfswerks abtransportieren.

Zudem wurden Teilnehmer, die zur Veranstaltung unterwegs waren, kontrolliert und durchsucht. Mehrere verbotene Gegenstände, wie Messer und Schlagstöcke, wurden sichergestellt. Ohne Alkohol und Waffen konnte die Polizeidirektion Görlitz gestern am späten Abend dann die positive Bilanz ziehen, dass es ruhig blieb und zu keinen nennenswerten Vorkommnissen gekommen war.

Neben dem Alkoholverbot setzten die Polizisten noch etwas konsequent durch. Sie sorgten dafür, dass Pressevertreter freien Zugang bekamen und ungehindert berichten konnten, auch wenn das, genau wie das Alkoholverbot, dem Veranstalter weniger gefiel.

Schon irgendwie putzig. Gerade rechte Kreise möchten einen wehrhaften Staat. Setzt sich der Staat dann mal durch, ist es auch wieder nicht richtig. Wie man’s macht…