Führerlos auf der Autobahn unterwegs: Soldaten stoppen Lkw und lassen ihn auffahren

12. Juni 2019 um 18:54 Uhr

Führerlos auf der Autobahn unterwegs: Soldaten stoppen Lkw und lassen ihn auffahren

Bild: Thüringer Polizei

Erst kürzlich haben wir euch davon berichtet, wie Autobahnpolizisten einen führerlosen Lkw mittels Bremsassistenten stoppen konnten. Auch diesmal wurden zur richtigen Zeit die richtigen Entscheidungen getroffen, doch waren es diesmal nicht Exekutivkräfte der Polizei, sondern der Bundeswehr – und das ganz ohne Bremsassistenten.

Ein Lkw war auf der A4 bei Ronneburg (Thüringen) unterwegs. Der Fahrer war auf seinem Sitz zusammen gebrochen und der Lkw war nun führerlos unterwegs. Im engen Baustellenbereich kollidierte der Lkw mit der Mittelleitplanke und verschob sie.

Nun war der Sattelzug nur noch mit langsamer Geschwindigkeit unterwegs, aber er fuhr weiter. Soldaten des 4. Versorgungsbataillons 142 aus Havelberg, die ebenfalls in dieser Richtung unterwegs waren, erkannte die gefährliche Situation. Sie setzten sich mit ihrem Lkw rechts daneben und erkannten, dass der Fahrer nicht mehr bei Bewusstsein war.

Einer der Soldaten stieg aus und versucht ins Führerhaus zu gelangen, was jedoch nicht glückte. Der 41-jährige Fahrer eines zweiten Bundeswehr-Lkws des 1. Panzerpionierbataillons 701 aus Gera traf nun die richtige Entscheidung. Der Lkw musste gestoppt werden und so setzte er sich vor den führerlosen Sattelzug und verlangsamte seine Geschwindigkeit.

Der führerlose Lkw fuhr auf und so konnte die Irrfahrt gestoppt werden. Nun gelangten die Soldaten über die Beifahrertür in den Lkw. Der Fahrer war leblos. Ein in Gegenrichtung zufällig vorbeifahrender Arzt bot seine Hilfe an und fing sofort mit Reanimationsmaßnahmen an.

Der kurze Zeit später mittels Rettungshubschrauber eingeflogene Notarzt konnte leider nur noch den Tod des Fahrers feststellen. An beiden Lkw entstand Sachschaden. Die Todesursache des Fahrers wird untersucht. Im Einsatz waren der Rettungsdienst, die Feuerwehr, die Autobahnpolizei und die Autobahnmeisterei.