Dreijährige leblos: Polizist leitet Eltern am Notruf erfolgreich zur Wiederbelebung an

17. Juli 2019 um 12:11 Uhr

Dreijährige leblos: Polizist leitet Eltern am Notruf erfolgreich zur Wiederbelebung anEs kommt tagtäglich vor, dass Menschen, die sich in einer Notsituation befinden, die eigentlich falsche Notrufnummer wählen. So kommt es vor, dass jemand, der einen medizinischen Notfall melden möchte, die Notrufnummer der Polizei wählt, oder jemand, der eine Anzeige erstatten möchte, den Notruf der Feuerwehr wählt.

Prinzipiell ist das kein Problem. Wir Blaulichter arbeiten eng zusammen und die sind Wege kurz, so dass jeder die Hilfe bekommt, die er benötigt. Doch manchmal muss es schnell gehen, sehr schnell. Und da kann es von Vorteil sein, wenn man als Polizist regelmäßig eine Erste Hilfe-Auffrischung erhält oder gar als Sanitäter ausgebildet ist.

Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass in München eine Dreijährige wieder zurück ins Leben fand. Nachts, gegen 03:30 Uhr, wählte der Vater der Dreijährigen den Polizeinotruf und landete damit in der Einsatzzentrale der Münchner Polizei. Polizeihauptkommissar Johannes Kuhn hob ab und bemerkte sofort den Ernst der Lage, als der Vater berichtete, dass bei seiner Tochter keine Atmung feststellbar sei und die Lippen schon blau würden.

Ein Weiterleiten an die Feuerwehr hätte zu lange gedauert und so übernahm Johannes alles Weitere. Für gewöhnlich befindet sich auf den Computern der Einsatzzentrale ein Programm für solche Fälle, was die Kollegen bei medizinischen Problemen unterstützen soll, an alles zu denken und, soweit notwendig, die richtige Reihenfolge zu beachten.

Doch darauf musste Johannes erst gar nicht zurück greifen. Er leitete am Notruf die Eltern durch die Herzdruckmassage, die sich von der bei Erwachsenen unterscheidet. Nicht mit den Handballen wird gedrückt, sondern mit den Daumen und auch das Tempo ist ein anderes.

Zeitgleich alarmierten Johannes Kollegen den Rettungsdienst und den Kindernotarzt. Nach einer gefühlten Ewigkeit, tatsächlich aber bereits nach einer Minute, kehrte die Dreijährige zurück ins Leben und atmete wieder selbständig. Der 37-jährige Polizist blieb noch so lange am Notruf, bis die Retter eingetroffen waren.

“Das ist einer der Einsätze, der hängen bleibt, wenn wir in solchen Situationen zu viel Nachdenken, kann das Kind tot sein. Wir werden dafür ausgebildet, das gehört zu unserer Arbeit dazu. Es ist durchaus ein schönes Gefühl, dass man Leben gerettet hat, aber darauf darf man sich nicht ausruhen”, gibt sich Kollege Johannes ganz bescheiden.

Das dürfte ein dramatische Minute für die Eltern, aber auch für Kollege Johannes gewesen sein. Es ist immer schwierig durchs Telefon anzuleiten und nicht zu sehen, was geschieht. Aber wie man sieht, kann diese Form der Hilfeleistung höchst erfolgreich sein. Und für die Eltern war es mit Sicherheit ein wichtige Unterstützung, jemanden am Telefon zu haben, der weiß was zu tun ist und dabei – trotz aller Dramaturgie – die Nerven behält.

Super gemacht!