Randalierer auf Schulabschlussfeier: Nach Festnahme versuchen 50 Jugendliche Dienststelle zu stürmen

27. Juli 2019 um 11:29

Randalierer auf Schulabschlussfeier: Nach Festnahme versuchen 50 Jugendliche Dienststelle zu stürmenIn Bayern haben die Schulferien begonnen. Zum Ende der Schulzeit wurden die Zeugnisse ausgegeben und es fanden wie üblich die Schlussabschlussfeiern statt. Wie sonst jedes Jahr auch in Starnberg, wobei vor der Schule eine weitere private Feier stattfand. Soweit, so üblich.

Alles, was dann geschah, hat es in dieser Form noch nicht gegeben und ist irgendwie kaum zu glauben. Ein 15-Jähriger randalierte auf der Schulabschlussfeier herum und selbst der eingesetzte Sicherheitsdienst kam mit dem jungen Mann nicht mehr klar, so dass die Polizei alarmiert wurde.

Doch auch gegenüber den eingesetzten Polizisten änderte sich das Verhalten nicht. Der 15-Jährige blieb “völlig uneinsichtig, blieb aggressiv, pöbelte, provozierte und beleidigte die Beamten”, wie es im Polizeibericht heißt. Er bekam einen Platzverweis ausgesprochen.

Doch der interessierte den Jugendlichen nicht, so dass eine Gewahrsamnahme unumgänglich war. Während der freiheitsentziehenden Maßnahme versuchte der 15-Jährige gezielt gegen den Kopf eines Polizisten zu treten, verfehlte aber sein Ziel.

Kaum war das Polizeifahrzeug mit dem Jugendlichen auf der Starnberger Wache angekommen, zog eine Menschenmenge von 100 Personen Richtung Dienststelle, vorwiegend bestehend aus Jugendlichen.

50 von ihnen versuchten dann sich gewaltsam Zugang zur Dienststelle zu verschaffen, um den 15-Jährigen zu befreien. Sie versuchten die Eingangstür aufzubrechen, was aber nicht gelang. Dann wurden Flaschen und Steine gegen das Dienststellengebäude geworfen, wobei ein Fenster zu Bruch ging. Auch wollte der Mob das Dienststellenschild herunter reißen, scheiterte aber auch hier.

Zwischenzeitlich wurden Unterstützungskräfte alarmiert und von sämtliche benachbarten Dienststelle kamen Streifenwagen herbei geeilt. Insgesamt 70 Polizisten mussten aufgeboten werden, um die Lage wieder zu beruhigen. Von Verletzten wurde bislang nicht berichtet.

Die Kriminalpolizei ermittelt nun wegen Landfriedensbruchs, versuchter Gefangenenbefreiung, versuchter gefährlicher Körperverletzung und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte. In diesem Zusammenhang wurden bereits ein 15-Jähriger und ein 19-Jähriger ermittelt.

Die Polizei sucht noch Zeugen des Vorfalles und bittet darum, dass Bild- und Videoaufnahmen zur Verfügung gestellt werden, um die Vorkommnisse aufklären zu können.

Im Polizeipräsidium Oberbayern Süd ist man erschüttert über die gezeigte Gewaltbereitschaft der überwiegend jungen Tatverdächtigen. Eine solche Solidarisierung habe man noch selten erlebt.

Die Schüler des Gymnasiums haben sich in einer schriftlichen Eingabe bei der Polizei für das gezeigte Verhalten der Tatverdächtigen entschuldigt und als “unreif und inakzeptabel” bezeichnet.

In einer gemeinsamen Presseerklärung des Gymnasiums Starnberg, des Elterrnbeirats und der Stadt Starnberg zeigte man sich betroffen über die Eskalation, weist aber daraufhin, dass die Schulabschlussfeier ohne Zwischenfall verlaufen sei.

Um zukünftig eine solche Eskalation nicht noch einmal erleben zu müssen, solle die sogenannte Gehwegparty vor dem Schulgelände zukünftig verhindert werden.