Einer flog ins Wespennest: Kleine stechende Helfer bei der Festnahme

13. August 2019 um 11:56 Uhr

Einer flog ins Wespennest: Kleine stechende Helfer bei der FestnahmeKurios ist der folgende Fall allemal, bei dem wir den berühmten Filmtitel Einer flog über das Kuckucksnest mit einem sagenhaften Jack Nicholson frei interpretiert haben. Der Vorfall hat auch etwas von einer filmreifen Verfolgung, bei der der Flüchtige allerdings nicht mit dem gerechnet hatte, was dann geschehen sollte.

Doch von Anfang an. Gestern Morgen gegen 8 Uhr in der Früh klingelten zwei Polizisten bei einem Mann in Oldenburg (Niedersachsen). Gegen ihn bestand ein Haftbefehl, den die Beamten vollstrecken wollten. Der Gesuchte öffnete auch tatsächlich die Tür und als die Polizisten ihm die Lage klar machten, flüchtete dieser auf den Balkon und sprang in die Tiefe.

Und wie das oft so ist, bedachte der Mann nicht, dass es meist keine gute Idee ist überhastet ins Ungewisse zu springen, ohne sich vorher zu vergewissern, wo er landen würde. Obwohl der Fall einige Meter tief war und er den Sprung unverletzt überstand, landete er inmitten eines Wespennestes, “deren Bewohner sich über den plötzlichen Besuch nur wenig erfreut zeigten”, wie es im Polizeibericht heißt.

Die Wespen ihrerseits taten das, was sie immer tun, wenn sie sich bedroht fühlten. Sie stachen zu – und zwar reichlich. Der Flüchtende schrie auf, schlug wild um sich und lief Richtung Straße. Die Polizisten, die zwischenzeitlich die Wohnung auf dem üblichen Wege verlassen hatten, sprinteten ihm hinterher und konnten ihn kurz fixieren.

Doch die Wespen, die der Sprung in ihre Heimstatt noch immer verstörte, unterschieden nicht mehr zwischen Freund und Feind und so wurden auch die Polizisten Ziel ihrer Stechattacken, so dass es dem Mann gelang sich aus der Fixierung zu befreien und wegzulaufen.

Seine Flucht führte ihn geradewegs in einen Vorgarten und er setzte zum erneuten Sprung an, diesmal jedoch absichtlich und wohlwissend, was es ihm nützen sollte. Er sprang in ein Kinderplantschbecken, in der Absicht die Wespen vom Stechen abzuhalten.

Der Plan ging auch auf, die Wespen war er los, die Polizisten hingegen nicht. Diese setzten zwar nicht zum Sprung, allerdings jedoch zum Spurt an und griffen im Plantschbecken zu. Festnahme die Zweite und diesmal endgültig.

Die Fahnder brachten den Festgenommenen in die nächste Justizvollzugsanstalt, wo er sich die zahlreichen Wespenstiche versorgen lassen konnte. Und während dieser nun elf Monate Zeit hat sich die Wunden zu lecken, wartet auf die Polizisten, die jeweils sechs Stiche davontrugen, schon der nächste Einsatz.