Gedanken von Kathrin: Wie eine Diagnose den Traum vom Polizeiberuf zerplatzen ließ

24. August 2019 um 18:39 Uhr

Gedanken von Kathrin: Wie eine Diagnose den Traum vom Polizeiberuf zerplatzen ließ

“Hallo!

Mein Beitrag ist vermutlich nicht das, was hier üblicherweise zugesendet wird. Trotz allem wollte ich meine Geschichte ‘erzählen’.

Ich hatte eigentlich vor, einen anderen Beitrag zu verfassen, um mein ‘Thin Blue Line‘ Armband zu präsentieren und stolz zu erzählen, dass ich mich auf die Einstellungstests der Bundespolizei vorbereite. Doch es kam anders und das möchte ich mit euch teilen, vielleicht gibt es Leute, die dieser Seite folgen und sich in diesem Beitrag wiedererkennen.

Seit ich ein kleines Mädchen bin, träumte ich davon zur Polizei zu gehen. Alles was ich mir für meine Zukunft wünschte, war Glück, Gesundheit und eben der Polizeiberuf. Ich wollte Menschen helfen, etwas Gutes tun, ein Vorbild sein, Ansprechpartner und Beschützer, wollte meine Kraft und Ausdauer, meine Geduld und Einsatzbereitschaft nutzen, um diesem Beruf gerecht zu werden.

Schon mit 6 Jahren glänzten meine Augen, wenn ich einen Streifenwagen sah, ich habe immer ganz bewundernd zu den uniformierten Beamten hochgeschaut. Und das hat sich bis heute nicht geändert. Wenn ich Dokus im Fernsehen sehe oder Erzählungen von befreundeten Polizisten höre, möchte ich das auch erleben.

Sehe ich Streifenwagen, möchte ich mit drinsitzen, egal wie kompliziert und nervenaufreibend der Einsatz ist, egal welches Risiko dahintersteckt. Wenn ich über diesen Traum rede, glänzten meine Augen noch immer. Doch dieses glänzen vor Freude, wurde zu einem traurigen glänzen.

Mitten in meinen Vorbereitungen für den Einstellungstest bekam ich eine Diagnose, die mir den Polizeiberuf nicht mehr erlaubt, Colitis Ulcerosa. In meinem Fall ist diese Erkrankung nicht stark ausgeprägt, ich bin kaum eingeschränkt und bemerke die chronisch entzündliche Darmerkrankung kaum. Ich hatte bisher 2 Schübe und lebe sonst ohne Probleme. Aber sie ist da.

Mitten in der Vorbereitung kam die Diagnose. Für mich brach damit eine Welt zusammen, als ich dann las, dass diese Erkrankung ein Ausschlusskriterium ist. Mein größter Traum ist wie eine Seifenblase geplatzt und im Gegensatz zu einem nichtbestehen beim Einstellungstest, habe ich keine zweite Chance.

Ich möchte mit dieser Erzählung kein Mitleid erregen, keine Aufmerksamkeit auf mich ziehen. Ich möchte hiermit lediglich den Menschen, die ein ähnliches Problem haben zeigen, dass sie nicht alleine sind.

Und gleichzeitig möchte ich mich bei allen Einsatzkräften, die Tag und Nacht für uns da sind, bedanken. Eure Arbeit verdient den größten Respekt und die größte Anerkennung. Ich bewundere jeden einzelnen, egal ob Polizist, Rettungssanitäter, Feuerwehrmann/frau oder oder.

Danke, dass ihr jeden Tag so einen tollen Job macht.
Ich werde mein ‘Thin Blue Line’ Armand trotzdem voller Stolz tragen. Danke, dass es euch gibt.

Und an alle, die aus diesem oder einem anderen Grund nicht zur Polizei können, wir schaffen das. Irgendwo wartet eine Alternative auf uns!

Alles liebe, Kathrin”