Der Polizeibericht im Original: Technik trifft Natur

7. September 2019 um 13:01 Uhr

Der Polizeibericht im Original: Technik trifft Natur

Bild und Text: Polizei Bückeburg

“Wenn einer eine Reise tut”, nutzt er (zumindest heutzutage) ein Navigationsgerät. Das geht auch meisten gut, wenn nicht verschiedene Unbillen die Sache erschweren. So geschehen im folgenden Fall der Polizei Bückeburg (Niedersachsen), unser Polizeibericht im Original:

Bei den Ermittlungen zu den Altreifenentsorgungen im Schaumburger Wald stießen gestern gg. 15.30 Uhr Beamte der Polizei Bückeburg und der Förster der Fürstlichen Hofkammer auf einen verlassenen Pkw VW und unweit davon auf eine vollkommen entnervte 21jährige, die an der Kreisstraße saß.

Die junge Frau aus dem Raum Gütersloh wollte gestern “über Land fahren” und Bekannte in Obernkirchen besuchen. Um ihr Fahrtziel in Obernkirchen zielgenau anzusteuern, setzte die technikaffine junge Frau ihre ganze Hoffnung in ihr Navigationsgerät bzw. Mobiltelefon.

Die Landesstraße 450, Höhe Schloss Baum, ist wegen Asphaltierungsarbeiten derzeit voll gesperrt. Hier führte das versagende Navigationsgerät die Autofahrerin dreimal im Kreis, um jedes mal vor den Absperrbaken zu stehen. Die 21jährige entschloss sich nun trotz aufgestellter Verbotsschilder in den Schaumburger Wald zu fahren, weil vielleicht der rot/weiße Schlagbaum einladend oben war, um eine selbstgewählte Abkürzung zu nehmen.

In einer Bodensenke setzte der VW mit dem Unterboden auf und die Ölwanne hatte ein Leck erlitten. Das merkte die mittlerweile völlig desorientierte Autofahrerin spätestens als das Symbol mit der Ölkanne rot im Fahrzeugdisplay leuchtete. Nun musste die Gütersloherin feststellen, dass es regional um das Mobilfunknetz nicht um das Beste bestellt ist, so auch in unseren heimischen Wäldern, und das Handy völlig nutzlos war.

So fuhr die Frau, soweit das Öl noch vorhanden und irgendwann komplett ausgelaufen war, auf einer Strecke von ca. 3 Kilometern über die Waldwege. Ohne das Schmiermittel versagte nun auch noch die Technik des Autos und es ging gar nichts mehr, so dass zwangsweise der Fußweg der letzte Ausweg war.

Das nicht mehr betriebsbereite Auto musste von einem Abschleppunternehmen abgeholt werden.

Zur Beruhigung zündete sich die 21jährige eine Zigarette an, die sie nach wenigen erleichternden Zügen mit dem Hinweis der Beamten auf die Waldbrandgefahr wieder ausmachen durfte.

Die Polizei Bückeburg hat Ermittlungen wegen Bodenverunreinigung eingeleitet.