Gedanken von Mia (Polizistin): Meine Arbeit, nicht deine! Lass mich meinen Job machen

6. September 2019 um 18:35 Uhr

Gedanken von Mia (Polizistin): Meine Arbeit, nicht deine! Lass mich meinen Job machenUnsere Kollegen Mia von Tagebuch einer Polizistin hat ihre Gedanken zu etwas niedergeschrieben, was wir Polizisten immer wieder erleben. Etwas, was man eigentlich nicht verstehen kann und was in den vergangen Jahren immer häufiger wurde. Aber lest selbst:

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Meine Arbeit. Nicht deine.

Nehmen wir an du bist Tischler. Sage ich dir, wie du deinen Job zu machen hast? Nein. Weil du der Profi bist. Nicht ich.

Und nun andersrum: Wenn du zum Ort kommst, ich mit einer Person am Boden liege… Diese Person hat Handfesseln dran und ich fixiere sie. Wieso sagst du mir, ich soll die Person in Ruhe lassen? Wieso sagst du, ich würde der Person unrecht tun? Wieso behauptest du, meine Maßnahme wäre falsch?

Warst du dabei? Weißt du wieso diese Person am Boden liegt? Meinst du das mache ich aus Spaß, weil ich nichts besseres zu tun habe?

Weißt du, dass die Person mich gerade mit einem Messer bedroht hat? Weißt du, dass die Person vielleicht gerade seinen/ihren Sohn geschlagen hat? Weißt du, ob diese Person nicht gerade kurz davor war, sich mit einer Glasscherbe selbst zu verletzen? Weißt du, ob diese Person gerade einen Einbruch begangen hat? Oder vielleicht ein Mädchen vergewaltigt hat?

Nein. Und es ist auch gut so. Du musst das nicht wissen. Denn dafür sind wir da. Damit du in deiner kleinen heilen Welt leben kannst, in der so etwas nicht passiert. Damit du von so etwas verschont bleibst.

Also bitte lass mich meinen Job machen, damit deine kleine Welt auch heile bleiben kann. Denn dafür arbeite ich, jeden Tag. Und ich liebe es, dafür zu arbeiten. So wie du deinen Job als Tischler liebst. Ich rede dir nicht rein, weil du der Profi bist. Bitte rede mir nicht rein, denn auf meinem Gebiet bin ich der Profi.

Und wenn du mich im Einsatz nach meinen Gründen fragst, erwarte keine ausführliche Antwort. Wenn du in deiner Arbeit vertieft bist, möchtest du auch keine Tipps von Laien oder Menschen, die an dir zweifeln und jede Bewegung in Frage stellen, richtig?

Also: Vertrauen und Respekt. Es ist mein Job. Und ich mache ihn richtig und mit voller Verantwortung. Damit deine Welt heile bleibt. Hinterfrage nicht. Lerne, es zu schätzen.”