In memoriam: Vor sechs Jahren von Wilderer erschossen worden

18. September 2019 um 20:55 Uhr

In memoriam: Vor sechs Jahren von Wilderer erschossen wordenGestern vor sechs Jahren ist es in Niederösterreich zu einem Großeinsatz von Polizei und Rettungskräften gekommen, sogar das Bundesheer sollte mit ihren Schützenpanzern eingesetzt werden. Die Bilanz des Einsatzes: drei erschossene Polizisten, ein erschossener Rettungssanitäter. Der Täter war am Ende ohne Zutun der Polizeikräfte ebenfalls tot.

Es war die Nacht vom 16. auf den 17. September 2013, als die Polizei bei Annaberg einen Fahndungseinsatz nach einem Wilderer hatte. Der Wilderer, Alois H., trieb bereits seit geraumer Zeit sein Unwesen und man wollte seiner Habhaft werden.

Bei Annaberg hatten drei Polizisten der Spezialeinheit Cobra eine Straßensperre errichtet. Diese durchbrach der Täter mit seinem Fahrzeug und flüchtete, blieb aber später nach einem Verkehrsunfall in einem Zaun liegen. Er eröffnete auf die nacheilenden Cobra-Beamten sofort das Feuer und traf Revierinspektor Roman Baumgartner durch die Schutzweste hindurch in die Brust. Der Polizist verstarb zwei Stunden später mit 38 Jahren im Krankenhaus.

Der Täter verschanzte sich am Tatort und eröffnete beim Eintreffen des Rettungswagens durch einen gezielten Schuss auf die Fahrerkabine das Feuer und erschoss den 70-jährigen Rettungssanitäter Johann Dorfwirth, ein Polizist wurde verletzt.

Alois H. setzte seine Flucht zu Fuß fort und traf später auf eine weitere Polizeistreife. Auch hier eröffnete er mit seinem Jagdgewehr sofort das Feuer und streckte Gruppeninspektor Johann Ecker mit einem gezielten Kopfschuss aus dem Hinterhalt nieder. Ecker war sofort tot und starb mit 51 Jahren.

Der Täter warf den toten Johann Ecker aus dem Streifenwagen, nahm seinen Kollegen Gruppeninspektor Manfred Daurer als Geisel und setzte seine Flucht mit dem Polizeifahrzeug fort und fuhr nach Hause. Später konnten Einsatzkräfte der Polizei die Leiche von Manfred Daurer auf dem Beifahrersitz des Streifenwagens auffinden. Daurer wurde 44 Jahre alt.

Der gesamte Einsatz dauert nun noch mehrere Stunde. Mit Alois H. war es nicht möglich Kontakt aufzubauen. Wegen der Gefährlichkeit des Täters wurde das Bundesheer mit Schützenpanzern angefordert, kamen jedoch nicht mehr zum Einsatz. Am Ende wurde die Leiche von Alois H. im Haus aufgefunden, es wird von Suizid ausgegangen.

Es war einer der aufwändigsten und tragischsten Einsätze in Niederösterreich in den vergangenen Jahrzehnten. 135 Polizisten der Spezialeinheit Cobra, weitere 200 Exekutivbeamte, unzählige Rettungskräfte und Kriseninterventionsteams waren im Einsatz. Dennoch endete der Einsatz mit der traurigen Feststellung, dass fünf Menschen zu Tode kamen, davon vier Einsatzkräfte von Polizei und Rettung, die im Einsatz für die Allgemeinheit nicht einmal den Hauch einer Chance hatten, ihrem Schicksal zu entgehen.

Im Gedenken an die Polizisten Roman Baumgartner, Johann Ecker, Manfred Daurer und den Rettungssanitäter Johann Dorfwirth wurde bei Lassingrotte das auf dem Bild zu sehende Denkmal errichtet.

Wir gedenken der Kollegen und des Rettungssanitäters und erheben die Hand zum Ehrensalut. Ihr bleibt unvergessen!