Anschlag in Halle: Zwei Tote, zwei Verletzte, Großeinsatz der Polizei

9. Oktober 2019 um 19:53 Uhr

Anschlag in Halle: Zwei Tote, zwei Verletzte, Großeinsatz der PolizeiZwei Tote und zwei Verletzte sind bislang die Bilanz eines Anschlags in Halle an der Saale (Sachsen-Anhalt). Der Großeinsatz der Polizei ist noch nicht beendet, doch bislang gab es eine Festnahme und die Polizei Halle hat mittlerweile Entwarnung gegeben. Warnte sie zuvor noch davor die Bürger, auf die Straße zu gehen, wurde diese Warnung nun zurück genommen.

Auf dem im Internet kursierenden Video eines Anwohners sieht man eine Person, die mit Schutzbekleidung und einer Langwaffe bewaffnet aus einem Auto aussteigt und anfängt zu schießen. Die Tat ereignete sich am heutigen Yom Kippur-Fest (Versöhnungstag) in der Nähe einer jüdischen Synagoge und eines jüdischen Friedhofs.

Nachdem der Täter zwei Menschen getötet, an der Synagoge offenbar ein paar Sprengsätze abgelegt hatte, flüchtete er und konnte später auf der Flucht ergriffen werden. Er wurde schwer verletzt und wird derzeit operiert.

Auch im 15 km entfernten Landsberg war es zu einer Schießerei gekommen, die einen Großeinsatz der Polizei nach sich zog. Weitere Einzelheiten sind nicht bekannt, ebenso ist noch fraglich, ob und wie der Vorfall in Landsberg mit dem in Halle zusammen hängt.

Der Generalbundesanwalt hat mittlerweile die Ermittlungen übernommen und ermittelt wegen Mordes mit besonderer Bedeutung. Das Bundeskriminalamt hat ein Hinweisportal freigeschaltet, wo Zeugen Bilder und Videos hochladen können. Es wird darum gebeten, diese nicht selbst auf Socialmedia-Seiten hochzuladen oder zu teilen.

Die Polizei Halle hat mehrere Telefonnummern veröffentlicht, unter denen Bürger Hinweise geben oder nach Angehörigen fragen können:

0391-24 47 40 (Personenauskunftstelle)

Hinweistelefone:

0345 224- 1712
0345 224- 1719
0345 224- 1443
0345 224- 1708

Es wird aktuell nicht mehr von einem Amoklauf ausgegangen, sondern eher von einem Anschlag. Aus welcher Motivation heraus der Täter, der wohl ein Einzeltäter war, gehandelt hat ist noch nicht bekannt. In Ermittlerkreisen wird die Tat eines Rechtsextremisten als höchstwahrscheinlich angesehen. Es werde jedoch in alle Richtungen ermittelt.

Wir sind in Gedanken bei den Angehörigen der Opfer von Halle und trauern mit ihnen. Wir denken an all jene, die in den vergangenen Stunden Ängste ausstehen mussten und nicht wussten, ob sie selbst oder Angehörige zum Opfer dieses Täters werden könnten.

Wir danken allen Einsatzkräften, die schnell und konsequent gehandelt und damit unter Einsatz ihres eigenen Lebens schlimmeres verhindert haben.

Wir beten für die Opfer und sollte sich herausstellen, dass es sich um einen rechtsextremen oder antisemitischen Anschlag gehandelt haben sollte, dann sagen wir nur eines:

NIE WIEDER!