Bedrohungslage auf Rastplatz: Schusswaffengebrauch und Messerangriff auf Diensthund

15. Oktober 2019 um 19:27 Uhr

Bedrohungslage auf Rastplatz: Schusswaffengebrauch und Messerangriff auf DiensthundIn der vergangenen Nacht war es auf dem Rastplatz Michendorf Süd an der A10 in Brandenburg zu einer Bedrohungslage gekommen, in dessen Verlauf ein Diensthund durch einen Messerangriff verletzt und daraufhin die Dienstwaffe eingesetzt wurde. Der Täter konnte festgenommen werden.

Es müssen dramatische Stunden gewesen sein, die der Großeinsatz der Polizei aus Brandenburg und Berlin andauerte. Er begann damit, dass gegen 22:38 Uhr gestern Abend ein Zeuge den Notruf wählte und erklärte, dass auf dem Rastplatz ein Mann mit einer Waffe stünde.

Mehrere Streifen wurden eingesetzt. Die Polizisten konnten den Mann antreffen, der eine Langwaffe in den Händen hielt, eine Jacke und einen Rucksack trug. Der Mann erklärte den Beamten, dass er einen Sprengstoffgürtel trage und sollten sich die Polizisten ihm nähern, werde er den Sprengstoff zünden oder sich von den Beamten erschießen lassen.

Mehrfach habe er mit seiner Waffe auf die Polizisten gezielt, ebenso auch auf die nahe gelegene Dienststelle der Autobahnpolizei Michendorf. Daraufhin wurde der Rastplatz weiträumig abgesperrt und 64 Menschen mit einem Polizeibus evakuiert, darunter auch mehrere Krebspatienten, die von der Feuerwehr auf eine Rettungswache evakuiert wurden, wo sie medizinisch betreut werden konnten.

Die Brandenburger Polizei befand sich nun im Großeinsatz. Die A10 wurden zwischen Michendorf und Ferch in beide Fahrtrichtung gesperrt, weshalb sich lange Staus bildeten. Die Verhandlungsgruppe und das Spezialeinsatzkommando (SEK) der Polizei Brandenburg wurden alarmiert, ebenso Diensthundeführer der Polizei Berlin.

Der Täter war offenbar nicht verhandlungsbereit. Ein Diensthund wurde gegen den Mann eingesetzt, den der Täter mit einem griffbereit gehaltenen Messer attackierte und schwer verletzte. Gegen 04:10 Uhr setzten Beamte des SEK ihre Dienstwaffe gegen den Mann ein und konnten ihn dann überwältigen.

Wie sich nun herausstellte, führte der Mann keinen Sprengstoff mit sich und bei der Langwaffe handelte es sich um eine Anscheinswaffe. Der verletzte Täter wurde in ein Krankenhaus gebracht, sein Motiv ist völlig unklar. Polizisten kamen bei diesem Einsatz demnach nicht zu Schaden.

Der durch die Messerattacke verletzte Berliner Diensthund Bass, ein siebenjähriger belgischer Schäferhund, wurde noch in der Nacht notoperiert. Wie die Polizei Berlin im Laufe des Tages auf Twitter bekannt gab, habe Bass die OP gut überstanden und befinde sich auf dem Wege der Besserung.

Wir danken den Kollegen für ihren gefährlichen Einsatz in der vergangenen Nacht und wünschen Diensthund Bass eine vollständige Genesung!