Polizei Bonn stellt neuen vierbeinigen Kollegen vor: Der Partner mit der kalten Schnauze

11. Oktober 2019 um 12:12 Uhr

Polizei Bonn stellt neuen vierbeinigen Kollegen vor: Der Partner mit der kalten SchnauzeNeue Kolleginnen und Kollegen sind immer willkommen. Vor allem, wenn sie behaart sind, eine kalte Schnauze haben und auf vier Pfoten laufen.
Eigentlich sollte er stillsitzen. Es klappte auch. Aber nur kurz. Dann stand er auf. Er stürmte auf die Kamera zu. Ein Schnüffeln und schon wurde die Linse abgeleckt.

Es war nicht einfach den kleinen Malinois-Rüden Fox für ein Foto ruhigzustellen. Der zehn Wochen alte Welpe hat einfach Interesse an Allem. Mal wird hier geknabbert, da geschnüffelt oder einfach rumgerannt. Aber bald wird es ernst, bald wird er Polizist. Um genauer zu sein, wird er mit zwölf Monaten ein aktives Mitglied bei der Diensthundeführerstaffel in Bonn.

Der kleine Fox kommt aus der landeseigenen Zucht für Polizeihunde in Schloß Holte-Stukenbrock und soll mit circa einem Jahr zum Schutzhund und dann weiter zum Sprengstoffhund ausgebildet werden. Bei Polizeihunden ist es wichtig, dass die sogenannte Aggressionsbereitschaft und das Umwelt- und Sozialverhalten stimmen. Denn nur dann darf Fox die Ausbildung zum Schutzhund auch bewältigen. Diese Auflage ist streng an regelmäßige Tierarztkontrollen geknüpft. Es findet eine Ankaufsüberprüfung statt und der Hund kann bei positiver Musterung vom Land übernommen werden und somit zum Schutzhund ausgebildet werden.

Übrigens bedeutet Aggressionsbereitschaft nicht, dass besonders kampfwillige Hunde als Polizeihunde bevorzugt werden. Ein Hund mit Aggressionsbereitschaft lässt sich nicht einschüchtern, wenn beispielsweise ein schwarz gekleideter Täter mit einer Waffe oder Gegenstand auf ihn zukommt. Im Gegenteil: Der Hund geht dann bellend auf den Täter zu und weicht keinen Schritt zurück. Man könnte sagen, der Hund stellt sich, wie seine menschlichen Kollegen, dem Täter mutig entgegen.

Schutzhunde oder Schutzhundanwärter müssen aber nicht zwingend aus der landeseigenen Zuchtstelle kommen. Die einjährige Teddy beispielsweise stammt aus privater Haltung. Die aufgeweckte Malinois-Hündin zeigt jetzt schon eine gute Aggressionsbereitschaft. Sie soll bald die Ausbildung zur Schutzhündin antreten.

Die Ausbildung zum Polizeischutzhund macht das Tier nicht alleine durch. Auch der Polizeihundführer, bei der der Hund außerhalb des Dienstes wohnt, muss auch die (Hunde-) Schule besuchen. In diesem Fall aber eine spezielle landeseigene Schule, in der die Bezugsperson zusammen mit „ihrem“ Hund zur Hundeführerin ausgebildet wird.

Für die Hunde verlangt ein Einsatz einiges ab: Die Hunde müssen topfit und konzentriert sein. Der eigene Spiel- und Beutetrieb wird dafür ausgenutzt und dementsprechend auf Rauschgift, Sprengstoff und Co. gelenkt. Der Hund ist dann vollkommen in seinem Element und wird dadurch sehr gut ausgelastet. Und ein hartnäckiges Gerücht kann entkräftet werden: Rauschgiftspürhunde werden nicht selbst mit Drogen gefüttert, um besser auf diese anzuspringen. Ein Hund auf Drogen könnte seinem Spiel- und Beutetrieb nicht klar folgen und hätte daher im Polizeidienst keinen Nutzen.

Mit meistens neun Jahren geht’s für die Polizeihunde in den Ruhestand. Dann blicken sie auf eine gute, erfolgreiche Karriere zurück.
Der kleine Fox ist schon sehr gespannt, endlich seinen Dienst anzufangen. Im Polizeipräsidium Bonn zaubert er jedem seiner menschlichen Kollegen schon ein Lächeln ins Gesicht.

Die Polizei Bonn ist stolz und freut sich sehr über den felligen Neuzugang!

Bild und Text: Polizei Bonn