Mord an Weizsäcker-Sohn: Polizist wollte die Tat verhindern und wurde schwer verletzt

20. November 2019 um 19:13 Uhr

Mord an Weizsäcker-Sohn: Polizist wollte die Tat verhindern und wurde schwer verletztGestern Abend wurde der Sohn des ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, Fritz von Weizsäcker, in der Berliner Schlossparkklinik während einer öffentlichen Veranstaltung erstochen. Er hielt einen Vortrag in der Klinik, in der er selbst Chefarzt der Inneren Medizin war.

Während des Vortrags habe sich aus den Reihen der Zuschauer plötzlich ein Mann gelöst und sei mit einem Messer auf den Redner zugegangen. Ein Polizist außer Dienst, der sich privat unter den Zuhörenden befand, wollte die Tat noch verhindern, wurde aber selbst durch eine Stichwunde schwer verletzt.

Der 57-jährige Täter ging weiter auf von Weizsäcker zu und erstach ihn. Anschließend konnte er von weiteren Anwesenden überwältigt und an die Polizei übergeben werden. Fritz von Weizsäcker verstarb an den Folgen eines Stichs in den Hals an Ort und Stelle im Alter von 59 Jahren.

Der 33-jährige Polizist, laut Polizei Berlin ein Beamter des dortigen Landeskriminalamtes (LKA), wurde laut Generalstaatsanwaltschaft Berlin durch den Messerstich potentiell lebensgefährlich verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Wie wir erfahren haben soll aktuell keine Lebensgefahr mehr bestehen.

Der Tatverdächtige wurde der Mordkommission übergeben, wo er sich zur Tat äußerte. Er habe eine privat begründete Abneigung gegen die Familie von Weizsäcker, ohne das je ein persönlicher Kontakt bestanden habe, befand sich nicht als Patient in der Klinik und war beim Googeln auf die Vortragsveranstaltung aufmerksam geworden, als er die Tat plante.

Die Generalstaatsanwaltschaft geht nach dieser Einlassung von akuten psychischen Erkrankung des Tatverdächtigen aus und wird die Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik, statt einer Untersuchungshaft, beantragen. Es wird wegen Mordes an Fritz von Weizsäcker und wegen versuchten Mordes an dem 33-jährigen Polizisten ermittelt.

Wir senden die besten Genesungswünsche an den schwer verletzten Kollegen nach Berlin und danken ihm für sein beherztes Eingreifen!

Der Familie von Weizsäcker gilt uns tief empfundenes Mitgefühl.