Was ist ein Polizist?

15. November 2019 um 18:13 Uhr

Was ist ein Polizist?Polizisten sind (man glaube es oder nicht) Menschen wie du und ich. Es gibt sie in beiden Geschlechtern und in verschiedenen Größen, je nach dem ob du einen suchst oder ob du etwas stehlen willst. Wie auch immer, meistens sind sie nicht zu übersehen.

Polizisten gibt es überall – an Land, auf See, in der Luft, auf Pferden, in Autos, und manchmal auch in deinem Nacken. Obwohl es immer heißt: “Sie sind nie da, wenn man sie braucht!”, sind sie normalerweise genau dort wo es am notwendigsten ist.

Der einfachste Weg, einen zu erreichen, ist den Telefonhörer in die Hand zu nehmen und den Notruf zu wählen.

Polizisten bringen Briefe und schlechte Nachrichten. Man erwartet von ihnen die Weisheit des Salomon, die Sanftheit eines Lammes und Muskeln aus Stahl.

Und man wirft ihnen oft vor, ein Herz aus dem selben Material zu haben. Der Polizist ist es, der an der Türglocke klingelt, schluckt und die Nachricht vom Tode eines geliebten Menschen überbringt. Und den Rest des Tages überlegt er, warum er so einen lausigen Job gewählt hat.

Im Fernsehen ist ein Polizist ein Depp, der einen Kontrabaß in einer Telefonkabine nicht findet. Im echten Leben wird von ihm erwartet, daß er einen kleinen blonden Jungen, “etwa soooooooo groß”, in einem Durcheinander von einer halben Million Menschen entdeckt.

In erfundenen Geschichten erhält er Hilfe von Privatdetektiven, Reportern und Möchtegern-Polizisten. Im echten Leben ist der meist gehörte Satz: “Ich habe nichts gesehen”.

Wenn er eine Vorladung überbringt, ist er ein Monster. Wenn er dich erwischt, ist er eine Marionette des Staates. Für kleine Kinder ist er entweder Freund oder Buhmann, das kommt ganz darauf an, wie es die Eltern empfinden.

Er arbeitet rund um die Uhr, in der Pause, an Sonn- und Feiertagen, und es bringt ihn um, wenn ein Witzbold zu ihm sagt: “Hey, morgen ist der Nationalfeiertag. Ich habe frei und gehe fischen.” (Das ist nämlich der Tag, an dem er 12 Stunden oder mehr am Stück arbeitet.)

Wenn ein Polizist gut ist, heißt es “dafür wird er bezahlt”. Wenn er Fehler macht, ist er “ein Bandit, und das gilt für alle anderen auch”. Wenn er einen bewaffneten Räuber erschießt, ist er ein Held. Außer der bewaffnete Räuber “war ein Kind, das konnte doch jeder sehen”.

Viele von ihnen haben ein Haus, einige davon sind mit Efeu bedeckt, die meisten jedoch mit Hypotheken. Fährt er ein großes Auto, ist er ein Angeber. Fährt er ein kleines, heißt es “wen will er veräppeln?” Seine Kreditwürdigkeit ist sehr gut. Und das ist sehr hilfreich, denn sein Lohn ist es nicht.

Polizisten erziehen viele Kinder, die meisten davon gehören jedoch anderen Eltern.

Ein Polizist sieht mehr Elend, Blutvergießen, Probleme und Sonnenaufgänge als der Durchschnittsbürger.

Wie der Briefträger, muß der Polizist bei jedem Wetter nach draußen gehen. Seine Uniform wechselt mit dem Klima, aber seine Weltanschauung bleibt die gleiche: eine offene, mit der Hoffnung auf eine bessere Welt.

Polizisten mögen freie Tage, Ferien und Kaffee. Sie mögen keine Autohupen, Familienstreitigkeiten und anonyme Briefe. Sie haben Gewerkschaften, aber sie dürfen nicht streiken, Sie müssen unparteiisch sein, höflich und sich immer das Motto “gern geschehen” vor Augen halten.

Manchmal ist das hart, speziell wenn ein ganz origineller Charakter sagt: “Ich bin ein Steuerzahler. Ich zahle Ihren Lohn!” Polizisten erhalten Lebensretter-Medaillen, stoppen scheue Pferde und schießen es mit Banditen aus. (Manchmal erhält auch seine Witwe die Medaille.)

Aber manchmal kommen die lohnendsten Momente, wenn er, nach einer Freundlichkeit gegenüber einer älteren Person, den warmen Händedruck spürt, in großartige Augen blickt und ein ehrliches “vielen, vielen Dank!” hört.