Wenn der Dienst krank macht: Polizisten mit Hantavirus infiziert

18. November 2019 um 19:05 Uhr

Dass der Dienst bisweilen krank machen kann, darüber haben wir schon berichtet. Sei es durch tätliche Angriffe oder durch Bisswunden oder Spuckattacken des polizeilichen Gegenübers. Hier liegt die Ursache aber offenbar im Zustand der Räumlichkeiten einer Polizeiunterkunft und das machte nun drei Polizisten krank.

Die Rede ist vom Polizeipräsidium Einsatz in Göppingen (Baden-Württemberg, vormals Bereitschaftspolizei). Dort sind drei Polizisten aus verschiedenen Aufgabenbereichen an dem Hantavirus erkrankt. Dieser wird zumeist durch Kot und Urin von Nagetieren übertragen und kann zu hohem Fieber, schwere Lungenerkrankungen und Nierenversagen, bei schwerem Verlauf auch zum Tod führen.

Die Ursache liegt wohl in den Kelleräumen der Unterkunft, die mittlerweile gesperrt und nur noch unter Vollschutz betreten werden dürfen. Diese Erkrankungen haben zu Besorgnis in der Kollegenschaft geführt. Die Sorge war sogar so groß, dass Beamte zu einem Fußballhochrisikospiel ohne ihre Schutzausstattung ausgerückt sind, weil diese in den Kellern gelagert wird.

Wie es heißt, seien die bislang erkrankten Polizisten mit schweren Nieren- und Lungenerkrankungen in ein Krankenhaus gebracht worden. Wie ihr aktueller Gesundheitszustand und die Heilungsprognose aussieht ist nicht bekannt.

In einem Video im verlinkten Artikel des SWR äußert sich ein Vertreter einer Gewerkschaft so, dass die Zustände in den Kellern nicht bekannt gewesen seien, ein Vertreter des Personalrats aber wohl Druck auf die Polizeiführung aufgebaut habe. Kollegen fanden es uns gegenüber verwunderlich, dass darüber nichts bekannt gewesen sein soll. Die Kellerräume seien schon vor Jahren in einem bedenklichen Zustand gewesen, was allgemein bekannt gewesen sei.

Wir senden die besten Genesungswünsche nach Göppingen und hoffen, dass die erkrankten Kollegen ohne Spätfolgen wieder gesund werden! Was wir hier von der Einhaltung der Fürsorgepflicht halten, dazu äußern wir uns lieber nicht.