Einzelheiten zum Vorfall in München: Täter wollte gezielt Polizisten töten

11. Dezember 2019 um 20:29 Uhr

Einzelheiten zum Vorfall in München: Täter wollte gezielt Polizisten tötenVorgestern berichteten wir euch von einem Vorfall am Hauptbahnhof in München (Bayern), bei dem ein Unbeteiligter einen Polizist von hinten ein Messer in den Körper rammte. Der Polizist wurde notoperiert.

In einer gemeinsamen Pressekonferenz von Polizeipräsidium, Staatsanwaltschaft und Mordkommission München wurden weitere Einzelheiten bekannt gegeben. So soll es in der erklärten Absicht des Täters gelegen haben, gezielt Polizisten zu töten.

Das Messer wurde dem 30-jährigen Beamten im Halsbereich in den Körper getrieben, die Klinge brach dann vor dem Schaft ab und musste in einer komplizierten Operation entfernt werden. Ob der Polizist jemals wieder seinen Dienst wird antreten können ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehbar. Es gehe ihm den Umständen entsprechend.

Der Täter soll unter einer akuten psychischen Erkrankung gelitten haben, die seine Steuerungsfähigkeit eingeschränkt habe. Er wurde in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht und ging daher nicht in Untersuchungshaft.

Die Staatsanwaltschaft München erklärte, dass man angesichts der Einlassung des Täters, dass er einen anderen Menschen lediglich auf Grund seiner Zugehörigkeit zu einem bestimmten Beruf töten wollte, von versuchtem Mord und gefährlicher Körperverletzung aus. Die Mordmerkmale der Heimtücke (Angriff von hinten), sowie die Verwerflichkeit der Tat (weil er Polizisten töten wollte), sehe man als erfüllt an.

Sechs Zeugen hätten sich mittlerweile gemeldet, darunter auch ein Zollbeamter und die Person, die während der Tat von den Polizisten kontrolliert wurde, einem 24-jährigen Eritreer, der nach der Tatausführung dabei half den Täter festzunehmen.

Die ganze Pressekonferenz (11 Minuten) könnt ihr euch hier anschauen.

Es schnürt einem die Luft ab, wenn man sich den Tatablauf und die Beweggründe vergegenwärtigt…

Wir sind weiterhin in Gedanken bei dem schwer verletzten Kollegen und dessen Angehörigen und hoffen das Allerbeste!