Gefährlicher Einsatz: Mann rammt mit Traktor mehrere Polizeifahrzeuge

29. Januar 2020 um 19:10

Schusswaffengebrauch beendet Irrfahrt

Gestern Morgen kam es zu einem gefährlichen Einsatz in Untermosbach (Bayern), bei dem man von Glück sprechen kann, dass nicht noch mehr Personen verletzt wurden. Dennoch entstand hoher Sachschaden und zwei Personen wurden verletzt, darunter ein Polizist.

Familienangehörige hatten die Polizei gegen 10:45 Uhr alarmiert, weil der 24-jährige Sohn auf diese losgegangen war. Gegenüber den Einsatzkräften von Polizei und Rettungsdienst zeigte sich der junge Mann sofort unzugänglich und weigerte sich mit diesen das Haus zu verlassen.

Irgendwie gelang es ihm dann das Haus eigenständig zu verlassen und den im Hof stehenden Traktor mit Gabelaufbau zu besteigen. Er begann seine Irrfahrt, indem er sofort das dort abgestellte Polizei- und Rettungsdienstfahrzeug rammte. Zum Glück waren beide Fahrzeuge unbesetzt.

Ein Polizist wurde jedoch leicht verletzt, als er dem sich herannahenden Traktor mit einem Sprung zur Seite ausweichen musste. Dann floh der Mann mit dem Traktor und fuhr durch den Ort. Es entstand eine Verfolgungsfahrt mit mehreren Polizeifahrzeugen, die der Flüchtige wiederholt rammte.

Lebensgefährlich für die eingesetzten Polizisten wurde es, als der Traktor ein Polizeifahrzeug mit dem Gabelaufbau durch die Windschutzscheibe stieß. Der Aufprall war so heftig, dass die Gabel abriss. Um diese bedrohliche Situation für die Einsatzkräfte zu beenden und eine weitere Gefährdung anderer zu unterbinden setzten die Polizisten ihre Dienstwaffe ein und schossen auf den 24-Jährigen.

Dieser wurde getroffen und verletzt, die Irrfahrt war damit beendet und der Mann konnte überwältigt werden. Nach notärztlicher Versorgung kam er in ein Krankenhaus.

Die Kriminalpolizei Ansbach hat die Ermittlungen übernommen und prüft zusammen mit der Staatsanwaltschaft die Tatbestandsmerkmale eines versuchten Tötungsdeliktes zum Nachteil der Polizisten. Das Landeskriminalamt prüft routinemäßig die Rechtmäßigkeit des Schusswaffengebrauchs. Die Einsatzkräfte wurde psychologisch betreut.

Wenn man sich die Einsatzfahrzeuge ansieht, wird einem ganz anders und man kann die Dramatik des Einsatzes nachvollziehen.

Wir wünschen den Beteiligten eine gute Verarbeitung dieses gefährlichen Einsatzes!