Besondere Geste: Nachruf einer Tageszeitung auf einen Schutzmann

11. Februar 2020 um 19:47

Wenn eine Tageszeitung von sich aus einen Nachruf auf einen Polizisten schreibt, dann ist das etwas Besonderes. Dann muss der Polizist ein besonderer Mensch gewesen sein und wenn man sich den Text durchliest, kommt man genau zu diesem Schluss.

Burkhard Poschadel, oder wie ihn seine Kollegen nannten “Poschi”, wurde 1958 in Berlin geboren und wollte von klein auf Polizist werden und das wurde er auch. Er war offenbar ein Schutzmann, ein Freund und Helfer. Auch wenn ihm die geschlossene Einheit der Bereitschaftspolizei oder der Streifendienst nicht zusagte, fand er seine Berufung.

Er wurde Kontaktbereichsbeamter, war geachtet in seinem Viertel, man kannte ihn. Poschi konnte gut reden, so manche kritische Situation hat er durch bloßes Reden entschärfen können. “Unsere schärfste Waffe ist das Wort”, diesen Sinnspruch verstand er perfekt zu nutzen.

Auch sonst war er sehr engagiert, war Familienvater, Ehemann, Freund. Brachte Kindern und Erwachsenen das Radfahren bei und wer kein Rad hatte, dem besorgte er eins. Er hatte das Herz am rechten Fleck, wie man so schön sagt.

Doch es war genau dieses gute Herz, was zum Schluss nicht mehr wollte. Im vergangenen Jahr ging er mit 61 Jahren in Pension, hatte Pläne, freute sich aufs Familienleben und Urlaube. 2019, im selben Jahr, bekam er einen Herzinfarkt, den er nicht überleben sollte.

Ein besonderer Nachruf auf einen besonderen Menschen. Lest selbst.